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RORSCHACH: Bis zu 3000 Gläubige wollen in eine Kirche für 600 Personen

Am Samstag hat die Christlich-Orthodoxe Glaubensgemeinschaft in der Herz-Jesu-Kirche Heiligabend gefeiert. Ein Grossteil der Gläubigen muss während der Zeremonie aber jeweils draussen bleiben.
Perrine Woodtli
Zahlreiche Gläubige fanden am Samstag den Weg in die Herz-Jesu-Kirche. (Bild: Denis Dragojlovic/PD)

Zahlreiche Gläubige fanden am Samstag den Weg in die Herz-Jesu-Kirche. (Bild: Denis Dragojlovic/PD)

Perrine Woodtli

redaktionot@tagblatt.ch

In vielen Familien ging es am Samstag nur um eines: darum, wer das Brötchen mit dem kleinen, weissen König im Inneren erwischt. Nicht so aber bei den orthodoxen Christen. Sie feierten am Samstag Heiligabend. Denn dieser ist gemäss der Orthodoxen Tradition und dem Julianischen Kalender am 6. Januar. Seit vielen Jahren feiern jeweils zwischen 2000 und 3000 Serbinnen und Serben am 6. Januar die Geburt Christi in der Herz-Jesu-Kirche in Rorschach. Der Besuch des Gottesdienstes an Heiligabend ist fester Bestandteil vieler serbischen Familien. Auch am vergangenen Samstag haben zahlreiche Gläubige den Gottesdienst besucht, der von der Serbisch-Orthodoxen Kirchgemeinde St.Gallen organisiert wurde. Es sei schön zu sehen, wie jedes Jahr Jung und Alt in die Kirche strömen würden, sagt Pfarrer Brane Saric. «Vom Neugeborenen bis zum Greis.» Der 38-Jährige leitete am Samstag zum zweiten Mal den Vespergottesdienst an Heiligabend in Rorschach.

Den Gottesdienst kann jedoch jeweils nur ein Teil der Gläubigen besuchen, da in der Kirche nicht mehr Platz ist als für 500 bis 600 Menschen. Der Rest der Besucher komme zur Kirche, um verschiedene Waren zu kaufen, in der Kirche innezuhalten und gemeinsam zu feiern. «Es ist immer ein Kommen und Gehen», sagt Saric. «Es würden viel mehr Leute den Gottesdienst besuchen. Jedoch reicht der Platz dafür nicht aus. Keine Kirche hat so viel Platz.» Um alle Gläubigen am Heiligabendvesper zu vereinen, müsste man eigentlich den Kybunpark mieten, ergänzt er. Das gehe natürlich nicht. Saric betont: «Wir sind der Römisch-Katholischen Kirche sehr dankbar, dass wir hier feiern können.»

Weihnachtslieder und Glühwein

Der organisatorische Aufwand für den Gottesdienst sei jedes Mal gross, sagt Saric – für ihn wohl besonders. Bevor er am Samstagabend den Gottesdienst in Rorschach eröffnete, leitete er ein paar Stunden zuvor den Gottesdienst in Netstal im Kanton Glarus. Denn das Gebiet, für welches Saric als Pfarrer für die serbisch-orthodoxen Gläubigen verantwortlich ist, umfasst die Kantone St.Gallen, Thurgau, Glarus, Graubünden, beide Appenzell sowie das Fürstentum Liechtenstein. 40 bis 50 Leute halfen gemäss dem Pfarrer aus Wittenbach bei den Vorbereitungen mit. Unter anderem mussten Bewilligungen eingeholt, alles aufgebaut sowie der Kirchenchor vorbereitet werden. Aufgrund der hohen Besucherzahlen waren auch Securities vor Ort.

Auf dem Kirchenvorplatz waren zudem wie gewohnt mehrere Verkaufsstände aufgestellt. Dort konnten die Leute Dinge für ihr Weihnachtsfest kaufen, wie etwa Kreuze, Ikonen, Weihrauch oder «Badnjak», ein Bündel aus zusammengebunden Ästen und Kerzen. Diese werden zu Ehren der Lebenden und Toten angezündet. Einige Ikonen werden auch immer in der Kirche aufgestellt, vorne am Altar. Jeder ankommende Gläubige küsst, verehrt und beschenkt diese als Erstes. Anschliessend beginnt Saric den einstündigen Vespergottesdienst. Seine Predigten werden ergänzt mit Weihrauch und feierlichen Gesängen.

Nach dem Gottesdienst ist es Tradition, draussen Buchenholz zu verbrennen. «Wir stehen alle immer rund um das Feuer und singen gemeinsam Weihnachtslieder», sagt Saric. Als Abschluss wird mit Glühwein angestossen. Gestern Sonntag feierten die Serbisch-Orthodoxen anschliessend Weihnachten. Am Morgen wird das Weihnachtsfest mit einer Liturgie gemeinsam gefeiert und anschliessend Zuhause im Familienkreis.

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