RORSCHACH: Bewährtes aufpeppen

Der Kanton fordert seit 2012, die Oberstufe durchlässiger zu machen. Weil in Rorschach Sekundar und Real in getrennten Häusern untergebracht sind, ist die Umsetzung schwierig.

Christoph Renn
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Schulratspräsident Guido Etterlin erklärt den Besuchern des Stadtapéros, wie sich die Oberstufe in den kommenden Jahren verändern wird. (Bild: Christoph Renn)

Schulratspräsident Guido Etterlin erklärt den Besuchern des Stadtapéros, wie sich die Oberstufe in den kommenden Jahren verändern wird. (Bild: Christoph Renn)

RORSCHACH. In der Oberstufe Rorschach steht eine grosse Veränderung bevor. Auf das Schuljahr 2017/18 werden die Schulhäuser Burghalden und Kreuzacker neu belegt. Im Kreuzacker werden die 1. und 2. Oberstufenklassen untergebracht, im Burghalde die 3. Oberstufenklassen – unabhängig, ob auf Sekundar- oder Realstufe. «So können wir die Durchlässigkeit zwischen den beiden Stufen erhöhen», erklärt Schulratspräsident Guido Etterlin am Stadtapéro am Dienstagabend im Stadthofsaal den über 100 Besuchern.

Durchlässigkeit fordert der Kanton seit 2012. Diese scheiterte in Rorschach zuerst an den dafür notwendigen Arealwechseln. Um den Forderungen des Kantons trotzdem gerecht zu werden, hat der Rorschacher Schulrat den Schulleiter Oberstufe, Ruedi Jucker, damit beauftragt, einen Lösungsvorschlag herauszuarbeiten. Erste Ergebnisse liegen nun vor.

Verschiedene Niveaus

«Wichtig ist, das Wort Durchlässigkeit zu verstehen. Ziel dabei ist es, dass gute Realschüler oder schwächere Sekundarschüler einfacher das Niveau wechseln können», sagt Jucker. Bis auf die Fächer Mathematik und Englisch bleibt jedoch alles beim alten. Die Schüler werden wie gewohnt in die «Stammklassen» der Sekundar- oder der Realstufe zugeteilt. «Die Durchlässigkeit findet nur in den beiden genannten Fächern statt.» Denn Mathematik und Englisch wird neu im Niveauunterricht – drei Stufen – stattfinden. «So kann ein Realschüler, der in einem der beiden Fächer sehr gut ist, dieses zusammen mit den guten Sekundarschülern besuchen. Schwächere Sekundarschüler hingegen besuchen beispielsweise Englisch im mittleren Niveau», sagt Jucker. Dies wird dann im Zeugnis vermerkt.

Trennung von Bezugsperson

Primär die Neuorganisation der beiden Oberstufenschulhäuser Burghalden und Kreuzacker bringt einige weitere Änderungen mit sich. «Klassenlehrer begleiten die Schüler nicht mehr drei Jahre, sondern nur noch zwei beziehungsweise ein Jahr», sagt Jucker. Dies erstaunt einige Besucher des Stadtapéros. So stellt eine Besucherin die Frage in den Raum, ob es denn Sinn ergebe, die Kinder mitten im Berufsfindungsprozess von ihren Bezugspersonen zu trennen? Guido Etterlin bestätigt, dass dieser Wechsel eine grosse Aufgabe für die Lehrpersonen ist. Doch sei diese Lösung bei den gegebenen Strukturen die beste. Dies sehe auch die Lehrerschaft so, denn sie habe an der Ausarbeitung mitgewirkt.