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Rollenwechsel auf der Vespa

Heute startet der Cineclub St. Gallen in die neue Saison. Bis Ende März widmen sich elf Filme dem Thema Identität. Auf die Leinwand kommen Doppelgängerinnen, Klosterfrauen und Prinzessinnen.
Roger Berhalter
Auch eine Prinzessin möchte mal Spass haben: Ann (Audrey Hepburn) brennt unerkannt mit einem Reporter (Gregory Peck) durch. (Bild: KEY)

Auch eine Prinzessin möchte mal Spass haben: Ann (Audrey Hepburn) brennt unerkannt mit einem Reporter (Gregory Peck) durch. (Bild: KEY)

Der Reporter gabelt die Schöne am Strassenrand auf. Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) ist in Rom auf Staatsbesuch und langweilt sich. Also nimmt sie Reissaus und brennt mit Reporter Joe Bradley (Gregory Peck) durch. Vespa fahren, im Café sitzen, zum Coiffeur gehen: Was für andere ganz alltäglich ist, erlebt die Adlige zum ersten Mal. In ihrer Welt sind so normale Dinge nicht vorgesehen.

Die Romanze «Roman Holiday» aus dem Jahr 1953 ist einer von elf Filmen, die der Cineclub St. Gallen ab heute zeigt. Alle widmen sich dem Thema Identität, jeder auf seine Weise. Zum Auftakt heute Abend, 18 und 20.30 Uhr, wird in der Grabenhalle die schwarze Komödie «Bernie» gezeigt. Jack Black spielt darin einen Bestattungsunternehmer, der sich um eine reiche, verhasste Witwe kümmert. Warum tut er das? Und wer ist dieser Bernie? Das sind die Fragen, die sich der Zuschauer stellt.

In anderen Filmen des Cineclub-Programms 2016/17 versuchen die Figuren, aus ihrer Identität auszubrechen. So wie die Prinzessin in «Roman Holiday», die ihre Rolle als Adlige für einen Tag ablegt, damit sie unerkannt die Gassen von Rom erkunden kann (Vorführung am 19.12.). Oder die verheiratete Mutter in «Brief Encounter» (14.11.), die sich auf einen anderen, ebenfalls verheirateten Mann einlässt und sich eingestehen muss: Ihre Liebe hat keine Zukunft.

Andere suchen im Film nach ihren Wurzeln. So wie «Ida» im gleichnamigen polnischen Spielfilm. Die junge Frau möchte ins Kloster eintreten, begibt sich dann aber auf eine Reise zu ihrer Vergangenheit (27.3.). Auch zwei Doppelgänger-Filme sind im Programm: In «La double vie de Véronique» (28.11.) und in «Phoenix» (27.2.) nimmt jeweils eine Frau eine andere Rolle ein.

Fellini mit Parmesan und ein arabischer Film

Für den Cineclub, der zuvor im Kino Rex beheimatet war, ist es mittlerweile die dritte Saison in der Grabenhalle. Die Zusammenarbeit mit dem alternativen Kulturlokal habe sich gut eingespielt, sagt Antoinette Maurer vom Cineclub-Vorstand. «Unsere Mitglieder haben sich daran gewöhnt», sagt sie in Anspielung auf die Tatsache, dass sich einige Cineclübler am Anfang mit dem neuen Ort schwer taten. Doch das ist laut Maurer Vergangenheit. Mittlerweile sei die «Eingewöhnungszeit» vorbei, und man überlege sich neue Formen, um Filme vorzuführen: Vielleicht wieder einmal eine Matinee am Sonntag? Oder ein Lunch-Kino am Dienstagmittag?

Auch in der aktuellen Saison lässt sich der Cineclub ab und zu etwas Besonderes einfallen. So wie in der vergangenen Saison, als die Banda di San Gallo an einem Fellini-Abend die Musik des italienischen Regisseurs live spielte. Dazu wurden Parmesan, Wein und Olivenbrot gereicht.

Diesmal möchte Antoinette Maurer als Zusatzvorstellung einen arabischen Film zeigen; sie ist mit dem Arab Film Festival in Zürich in Kontakt. Noch offen ist aber, ob es mit den deutschen Untertiteln klappt. Weiter möchte sie den Westschweizer Regisseur Yves Yersin für eine Diskussion einladen. Dessen Dokfilm «Tableau noir» über eine Schule im Jura ist am 13. März 2017 in der Grabenhalle zu sehen.

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