Rohdiamanten mit Kanten

Am Mittwochabend haben 143 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Brühl ihre Diplome und Maturitätszeugnisse erhalten. Zum Abschluss gab es vom Rektor die Aufforderung, unbequem zu sein.

Simone Buff
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Zufrieden und schick: Absolventinnen und Absolventen erhalten auf der Bühne ihre Diplome. (Bild: Stefan Beusch)

Zufrieden und schick: Absolventinnen und Absolventen erhalten auf der Bühne ihre Diplome. (Bild: Stefan Beusch)

Scharenweise strömten Absolventinnen und Absolventen der Kantonsschule am Brühl am Mittwochabend zu ihrer Abschlussfeier in die Tonhalle. In farbigen Cocktailkleidern und High Heels oder schickem Anzug, herausgeputzt zum Festen. Darunter auch vereinzelte Schüler in Militäruniform, für ihren Abschluss kurzfristig in die Freiheit entlassen.

Mambo zum Auftakt

Verabschiedet wurden 67 Fachmittelschuldiplomanden sowie 23 Fachmaturanden der Fachmittelschule (FMS) für Soziales, Musik und Gestalten und 53 Berufsmaturanden der Wirtschaftsmittelschule (WMS).

Als musikalischer Auftakt tanzten und sangen Schüler der Wirtschaftsklasse 4DWE Lou Begas alten Sommerhit «Mambo Number Five». Bilingual wurde danach durch den Abend geführt: Die Schülerinnen Simone Hansmann und Stefania Perillo moderierten abwechselnd auf Deutsch und Französisch.

Querdenker gesucht

«Finden Sie Ihre individuelle Persönlichkeit und meiden Sie Uniformität», riet Rektor Mathias Gabathuler etwas revolutionär in seiner Begrüssungsrede den frischgebackenen Absolventinnen und Absolventen für den zukünftigen Karriereweg. Gesucht seien erfindungsreiche Querdenkerinnen und Querdenker, die mutig die Zukunft der Unternehmen mitgestalten, sich ihre Kanten nicht wegschleifen lassen, und «auch mal wehtun». Denn auf dem Karriereweg müsse ein Mensch als Rohdiamant oft so poliert werden, dass er, kantenlos, «nur noch selbstverliebt glänzen darf». Als edles Vorbild diente dem Rektor dabei der griechische Philosoph Sokrates, der dem athenischen Volk gesellschaftskritisch den Spiegel vorgehalten hatte. «Stören Sie im Sinne einer lebendigen Gesellschaft», sagte Gabathuler. Ein wenig Diplomatie sei dabei aber nicht zu vernachlässigen.

Gesang, Film und Zeugnisse

Zwischen den Diplom- und Zeugnisvergaben wurden Powerpoint-Präsentationen mit Erinnerungsfotos der Klassen eingespielt und ein selbstgedrehter Kurz-Horrorfilm über Herzschmerz namens «The Heartless Dreamer» präsentiert. Musiklehrer Giovanni Pede performte zudem «I Gardini di Marzo» von Lucio Battisti und unterstützte auch die anderen Gesangsauftritte des Abends auf dem Piano.

Mit viel Applaus und Pfiffen vom Publikum händigten die jeweiligen Klassenlehrer den auf die Bühne gerufenen Klassen ihre Zeugnisse aus. Zusätzlich ausgezeichnet wurden die besten Prüfungsresultate, sowie die besten Berufs- und Fachmaturaarbeiten. Roland Etter, Präsident des Ehemaligenvereins, übergab die Geschenke. Den besten Notenschnitt mit einer 5,4 in den Abschlussprüfungen erreichten Tamara Lüthi aus Steinach (FMS) und Stephanie Straessle aus St. Gallen (WMS). In einer Rede betonte Vereinspräsident Etter zudem, wie wichtig die Unterstützung der Kantonsschüler sei und überreichte einen Scheck für den Unterstützungsfonds im Wert von 16 000 Franken an Rektor Mathias Gabathuler.

Aller Abschied ist schwer

Als melancholisches Ende vor dem Apéro sang FMS-Absolventin Selina Amman die Ballade «Hurt» von Christina Aguilera. Wobei sich wohl so mancher trotz der Freude über den erreichten Abschluss auch des Abschieds bewusst wurde und nicht alle Augen trocken blieben.