Rocken mit The Duschvorhang

«Hender au scho mal dusched? Kenneder de Bernoulli-Effekt? Das isch de, wo de Duschvorhang noch ine zieht.» Mit dieser Ansage stimmen die vier Jungs von The Duschvorhang punkt halb zwölf auf der Bühne in der unteren Goliathgasse mit «Mustang Sally» an, gehen nach ein paar Akkorden zu «Amadeus» von Falco über.

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The Duschvorhang: Leadsänger Kevin Leuenberger (links) und Schlagzeuger Andy Eugster. (Bild: Urs Jaudas)

The Duschvorhang: Leadsänger Kevin Leuenberger (links) und Schlagzeuger Andy Eugster. (Bild: Urs Jaudas)

«Hender au scho mal dusched? Kenneder de Bernoulli-Effekt? Das isch de, wo de Duschvorhang noch ine zieht.» Mit dieser Ansage stimmen die vier Jungs von The Duschvorhang punkt halb zwölf auf der Bühne in der unteren Goliathgasse mit «Mustang Sally» an, gehen nach ein paar Akkorden zu «Amadeus» von Falco über.

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Der Platz um die Bühne füllt sich je länger, desto mehr. Die Thurgauer Band covert rockige Feelgood-Songs zum Mitsingen, wie «In the Midnight Hour», Queens «I want to break free», ACDCs «Highway to Hell», Kate Perrys «I kissed a girl» oder auch mal Plüschs Schweizer Nostalgielied «Heimweh». Was nicht rockig ist, wird neu interpretiert und mit ein wenig Eigenkreation rockig gemacht.

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Das Bier fliesst, es wird mitgesungen, mitgeschrien und mitgetanzt. Oder, wie in den scheuen hinteren Reihen, nur vorsichtig im Takt gewippt. Um halb zwei erinnert ein Sicherheitsmann an den Musikschluss. Das passt der feiernden Meute nicht. «Einer geht noch, einer geht noch rein», johlen sie. Als Schlusslied gibt es «Biene Maja», gemischt mit ein wenig Seed. Und was hat es mit dem etwas bizarren Namen der Band auf sich? Rocken und duschen, passt das? «Der Name ist die Erfindung von einem unserer Gründungsmitglieder», erklärt Leadsänger Kevin Leuenberger. Als die ursprüngliche Band 1992 gegründet worden sei, habe sie sich nicht auf ihren Namen einigen können. Das führte zu namenlosen Auftritten und längeren Diskussionen. Eines Tages, beim Duschen, habe dann der Gitarrist seinen Duschvorhang angestarrt und gefunden, dass das der passende Name sei. «Dann fügten wir noch ein <The> dazu, damit das Ganze internationaler klingt.» Eine eher simple Erklärung. Das Publikum reingezogen hat The Duschvorhang aber auf jeden Fall. Simone Buff