Risiko war von Anfang an bekannt

Die Stadt ist mit drei Millionen Franken beteiligt an der Firma Biorender, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Des Risikos sei man sich bewusst gewesen, sagt Stadtrat Fredy Brunner.

Michel Burtscher
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Drei Millionen Franken hat die Stadt in die Biorender AG investiert. (Bild: Luca Linder)

Drei Millionen Franken hat die Stadt in die Biorender AG investiert. (Bild: Luca Linder)

Jetzt scheint es definitiv zu sein: Die Firma Biorender in Münchwilen geht in Konkurs. In den kommenden Tagen wird sie ihre Bilanz beim Bezirksgericht Münchwilen deponieren. Dies kündigte das Unternehmen Ende vergangener Woche an. Letzte Rettungsversuche sind gescheitert, ein möglicher privater Investor ist abgesprungen.

Aktionäre verlieren ihr Geld

An der Firma beteiligt ist auch die Stadt St. Gallen. Sie hält einen Viertel der Aktien. Gleich viele besitzen Wil und Winterthur, der Rest gehört Uzwil, Flawil, Schaffhausen und Privaten. Die Stadt St. Gallen hatte ein Kapital von drei Millionen Franken in das Unternehmen investiert. Dieses Geld gehe bei einem Konkurs verloren, sagt Martin Wenk, der Leiter des Konkursamtes des Kantons Thurgau.

«Es war von Anfang an klar, dass die Investition in die Biorender AG riskant ist», sagt der zuständige Stadtrat Fredy Brunner. Das Kapital sei deswegen auch schon zu Beginn abgeschrieben worden. Die jüngsten Entwicklungen um die Biorender AG findet Brunner schade. «Vor allem, da die Anlage mittlerweile gut läuft», sagt er. Trotzdem haben sich zuerst die Stadt Wil und nachher auch die Stadt Winterthur von der Firma abgewendet. «Sie haben einen rechtsgültigen Vertrag gekündigt und sich aus ihrer Verantwortung gestohlen», sagt Brunner.

Gas aus Schlachtabfällen

Bei einem solchen Projekt sei klar, dass man einige Jahre investieren müsse. Er geht davon aus, dass es für Wil und Winterthur noch ein Nachspiel geben wird. Für die Stadt St. Gallen sei ein Ausstieg nie in Frage gekommen: «Es tut uns nicht weh, dass wir unseren vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen sind», sagt Brunner. Für ihn sei die Sache jetzt aber abgeschlossen.

Die Biorender AG wurde 2009 gegründet und ist die erste Fleischvergärungsanlage in der Schweiz. Das Konzept der Firma: aus Schlachtabfällen Gas produzieren. Die Anlage hatte jedoch von Anfang an technische Schwierigkeiten.