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Riethüsli setzt auf Ökumene

Sie stehen im Riethüsli dicht nebeneinander, die reformierte und die katholische Kirche. Aus diesem Nebeneinander soll mehr und mehr ein Miteinander werden. Wie, das wurde am Mittwoch bei einem Dialogforum diskutiert.
Josef Osterwalder
Kirchenlandschaft Riethüsli: Die moderne reformierte Kirche (rechts) und daneben das Zeltdach der katholischen Kirche. (Bild: Hanspeter Schiess)

Kirchenlandschaft Riethüsli: Die moderne reformierte Kirche (rechts) und daneben das Zeltdach der katholischen Kirche. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Kirchenlandschaft kommt im Riethüsli in Bewegung. Nicht nur weil im nächsten Jahr der reformierte Pfarrer pensioniert wird und eine geeignete Nachfolge gesucht werden muss. Auch die Katholiken haben Hausaufgaben zu lösen. Zurzeit nutzen sie für ihr Pfarreileben drei verschiedene Räumlichkeiten: die Behelfskirche, den Jugendtreff gleich daneben und den Riethüsli-Treff an der Teufener Strasse; «eine verzettelte Angelegenheit», wie eine Frau am Mittwochabend sagte.

Sowohl Protestanten wie auch Katholiken haben also Anlass, sich Fragen zur Zukunft zu stellen. Auffallend ist, dass sie es gemeinsam tun. So hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, in der die massgebenden Behörden vertreten sind: von reformierter Seite Karl Gabler, Präsident der reformierten Kirchgemeinde St. Gallen C und Susanne Rietmann, Präsidentin der Kirchkreiskommission; von katholischer Seite, Guido Corazza, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde und Andres Büsser, Präsident des Pfarreirates Riethüsli.

Engagierte Kirchbürger

Die gemeinsame Zukunftsplanung soll aber nicht eine Behördenangelegenheit bleiben. Darum wurden auf den letzten Mittwoch die Kirchbürger beider Konfessionen zum Dialogforum eingeladen, ein Anlass, der von gegen achtzig Personen besucht wurde.

Zunächst legte die Arbeitsgruppe ihre bisherigen Überlegungen dar. Dazu gehört, dass mit der Pensionierung des reformierten Pfarrers die Pfarrwohnung frei wird, also ein neues Raumangebot zur Verfügung steht. Da läge es nahe, reformiertes und katholisches Pfarreibüro zusammenzulegen. Die Seelsorger könnten einander vertreten, eine vermehrte Präsenz wäre gesichert. Zumal die reformierte Pfarrstelle nur mit einer 50- bis 60-Prozent-Anstellung besetzt wird. Da sprechen also auch ökonomische Gründe für eine ökumenische Lösung.

Aber auch die Situation in der Bevölkerung ruft nach stärkerer Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen. So wurde beim Dialogforum darauf hingewiesen, dass die Hälfte der Ehen im Riethüsli konfessionell gemischt geschlossen wurden.

«Riethüsli-Ökumene»

Von diesen Ausgangsüberlegungen her entwickelte sich die von Tobias von Schulthess moderierte Diskussion. Und bald schon entstand der Eindruck, dass die Teilnehmenden eher noch weiter- gehen würden, als es die Arbeitsgruppe bisher angedacht hat. So ist die ökumenische Ausrichtung der Seelsorge und des kirchlichen Lebens überhaupt unbestritten. Bei der Suche der neuen reformierten Pfarrperson gehört die Bereitschaft zur ökumenischen Zusammenarbeit zu den wichtigsten Kriterien.

Allerdings will man Ökumene auch nicht einfach verordnen, sondern wachsen lassen. «Wir wollen nicht einfach Halden kopieren», sagte Susanne Rietmann, «wir wollen unsere eigene Lösung finden, eine Riethüsli-Ökumene.»

Rücksicht auf Emotionen

Dies ist auch darum wichtig, weil die Sakralräume nun über drei Jahrzehnte nebeneinander- standen und ihre eigene Ausprägung erfahren haben. Die katholische Kirche wirkt mit ihrem Zeltdach wie eine bergende Kapelle; die reformierte stellt mit ihrer betont modernen Bauweise den Sakralraum in bewusste Beziehung zur heutigen Zeit. Beide Räume wecken Emotionen, sind verbunden mit Erinnerungen an Trauungen, Taufen, Trauerfeiern. Hier braucht es ein behutsames Vorgehen, falls man für die Gottesdienste je nur noch den einen, heute reformierten Kirchenraum benutzen will.

«Ökumene beginnt bei den Menschen, nicht bei den Bauten», sagte Guido Corazza einleitend. Und doch müsse man bereit sein, Zelte abzubrechen und in die Zukunft zu gehen, sagten die beiden Seelsorger Markus Unholz und Hanspeter Wagner.

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