RICHTPLAN: Dieser Plan soll's richten

ST.GALLEN. Drei Jahre lang hat die Stadt am Richtplan gearbeitet, der als Grundlage für zukünftige Siedlungs- und Verkehrsfragen dienen soll. Nun hat der Stadtrat das Werk verabschiedet. Bald stehen Info-Veranstaltungen und die Vernehmlassung an.

Ralf Streule
Drucken
Ein Ordner mit Zündstoff: Der Inhalt soll richtungsweisend für die Stadtplanung sein. (Bild: Urs Jaudas)

Ein Ordner mit Zündstoff: Der Inhalt soll richtungsweisend für die Stadtplanung sein. (Bild: Urs Jaudas)

Eigentlich sieht der weisse Ordner ganz unscheinbar aus. Dass er die Geschicke der Stadt in den kommenden drei Jahrzehnten massgeblich beeinflussen dürfte, sieht man nur an seiner Aufschrift: «Richtplan der Stadt St. Gallen». Das Dokument, das Grundlage sein wird für die künftige Stadtentwicklung, ist das Resultat von drei Jahren Arbeit (siehe Kasten). Lange hat die Stadt in entscheidenden Verkehrs- und Siedlungsfragen auf den Richtplan verwiesen, nun ist er vom Stadtrat für die Vernehmlassung verabschiedet. Noch ist der Inhalt aber nicht öffentlich.

500 Exemplare sind in Druck

Die Veröffentlichung des Richtplans sei nach den Sommerferien geplant, sagt Alfred Kömme, als Bausekretär mitverantwortlich für die Erarbeitung des Grosswerks. Derzeit würden 500 Exemplare des mehrere hundert Seiten dicken Dokuments gedruckt. Am 31. August schliesslich lade der Stadtrat das Stadtparlament zu einer Informationsveranstaltung ein. Danach wird der Richtplan materiell auch den Medien und damit der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Laut Kömme wird die Stadt das Gespräch mit Verbänden und Interessengemeinschaften suchen und mit diesen anfallende Detailfragen klären. In den Quartieren der Stadt sind ebenfalls Informationsveranstaltungen geplant. Dort werden die Teilprojekte auch in bezug auf das jeweilige Quartier angeschaut.

Der Inhalt des Ordners sei lediglich die «Verdichtung» von einer noch viel grösseren Fülle an Plänen und Konzepten. Noch detailliertere Informationen zu Teilprojekten stelle die Stadt auf Anfrage zur Verfügung.

2011 soll Endfassung stehen

Die Vernehmlassung des Richtplans soll bis Ende Jahr abgeschlossen sein, bis dann sollen Verbände und alle interessierten Bürger zu den verschiedenen Punkten Stellung genommen haben. Im kommenden Jahr werde das Dokument dann aufgrund der Rückmeldungen überarbeitet. Im kommenden Jahr schliesslich soll das Stadtparlament über die definitive Fassung beraten und den Richtplan verabschieden.

Diese verabschiedete Fassung wird mehr als eine Richtschnur sein für die Stadt – sie ist klarer Auftrag an die Behörden.

Bisher gab's keinen Richtplan

Den vor vier Jahren aufgestellten Zeitplan hat die Stadt nicht ganz einhalten können. Zunächst war vorgesehen gewesen, den Richtplan bereits 2009 in die Vernehmlassung zu bringen. Die Arbeiten erwiesen sich aber als umfangreicher als angenommen.

Bisher existierte in der Stadt St. Gallen kein Richtplan. Es gab bisher lediglich Teilpläne zu einzelnen Planungsbereichen. Mit dem vorliegenden Dokument könnten nun endlich Siedlungs- und Verkehrsfragen in einer «Gesamtschau» aufgezeigt werden, sagt Alfred Kömme. Dass diese «interdisziplinäre Zusammenarbeit» Sinn mache, habe sich in der Ausarbeitung mehrfach gezeigt. Immer wieder hätten sich zwischen Siedlungs- und Verkehrsfragen Zielkonflikte offenbart. Aber: «Die Verantwortlichen der Teilprojekte verstehen sich jetzt besser.»

Aktuelle Nachrichten