RHEINTAL: Knoten zur Entlastung

Die Projekte zur Verbesserung der Verkehrssituation in Vorarlberg haben wichtige Hürden genommen. Auf Schweizer Seite hat die Planung für den Anschluss an die «S 18 neu» noch nicht begonnen.

Kurt Latzer
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Kommt die Variante Z zum Zug, erfolgt der Anschluss an die A1 in St. Margrethen über den Höchster Ortsteil Brugg und die Brugger Strasse (ungefähre Verbindung: rote Linie, gepunktete Linie).

Kommt die Variante Z zum Zug, erfolgt der Anschluss an die A1 in St. Margrethen über den Höchster Ortsteil Brugg und die Brugger Strasse (ungefähre Verbindung: rote Linie, gepunktete Linie).

Kurt Latzer

Die Hoffnung, ein 50-Jähriger könnte doch noch Anschluss ­finden, ist begründet. Denn der zwischen Mitte und Ende der 1960er-Jahre gebaute Strassenstumpen beim Autobahnknoten St. Margrethen könnte noch vor dem Ende des nächsten Jahrzehnts an die Verbindungsstrasse der A1 und der Vorarlberger A14 (S 18 neu) angehängt werden. Die Planung der Strasse, auf die die verkehrsgeplagte Bevölkerung seit etwa 50 Jahren wartet, hat im, November eine grosse Hürde genommen.

Der österreichische Ministerrat hat der Aufnahme des Projektes in das Bundesstrassengesetz ­zugestimmt. Mit diesem Entscheid kann die Autobahnen- und Schnellstrassen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag) mit der Vorplanung der Strasse, die nach heutigen Angaben knapp eine Milliarde Euro kosten soll, beginnen. Gemäss der Pläne der Entlastungsstrassen-Variante Z erfolgt der Anschluss an die Schweizer Autobahn über das Höchster Gebiet Brugg, mit einer etwa 330 Meter langen Brücke. Dieses Jahr beginnt die Sanierung der A1 zwischen Rheineck und St. Margrethen. Sind dabei Vorbe­reitungen auf den «S 18 neu»-Anschluss geplant? «Nein, der Autobahnanschluss wird nicht auf den Anschluss der Entlastungsstrasse vorbereitet», sagt Jessica Wullschleger, Mediensprecherin beim Bundesamt für Strassen (Astra). Und dann wäre ja noch das neue Zollamt, das es vor einem Zusammenschluss der Rheintaler und der Vorarlberger Autobahnen zu bauen gilt. Wie gross soll das werden und wem gehört das dafür nötige Land? «Verlässliche Angaben zum Flächenbedarf sind noch nicht möglich. Es bestehen erst grobe Machbarkeitsstudien, die im Planungsprozess Mobil im Rheintal gemacht wurden», sagt Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen. Das für den Zollplatz nötige Land gehöre der Ortsgemeinde St. Margrethen, dem Bund und dem Kanton St. Gallen. «Dieser Boden gehört grösstenteils zum übrigen Gemeindegebiet und dieses müsste in die Zone für ­öffentliche Bauten und Anlagen eingezont werden.» Am 5. Januar habe er letztmals mit den Verantwortlichen für die «S 18 neu» Kontakt gehabt, «im ersten Quartal findet die jährliche Information der Mitglieder des MIR-Regionalforums statt.»

Einen Schritt weiter ist das Projekt der neuen Autobahn-Anschlussstelle Rheintal-Mitte. Im Gegensatz zur Entlastungsstrasse ist dort vom Baubeginn 2018 die Rede. «Mit der Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nahm das Projekt der neuen Anschlussstelle Rheintal-Mitte eine weitere wichtige Hürde», schreibt die Asfinag. Bei der Asfinag geht man davon aus, den positiven UVP-Bescheid bald in der Hand zu halten. Die Neukonzeption des Anschlusses Rheintal-Mitte der A14 sei eines der grössten Neubau-Vorhaben im Nachbarland. Das Land Vorarlberg und die Stadt Dornbirn investieren über 30 Millionen Euro.