Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RHEINECK: Erinnerungen an ein Denkmal

Der Artikel "Denkmal, das nie errichtet wurde" hat einige Beachtung gefunden. Ein halbes Dutzend Leserinnen und Leser haben sich bei der Redaktion gemeldet und ihre Erinnerungen an den Stein geschildert.
Kurt Latzer
Rheineck in den 1950er-Jahren: Die Aufschüttungen für den Bau der Autobahn haben begonnen. Das Zollhaus, die alte Brücke über den Alten Rhein nach Gaissau und der Gedenkstein an die Grenzbesetzung mussten der A1 weichen. (Bild: Archiv /Gerda Huber)

Rheineck in den 1950er-Jahren: Die Aufschüttungen für den Bau der Autobahn haben begonnen. Das Zollhaus, die alte Brücke über den Alten Rhein nach Gaissau und der Gedenkstein an die Grenzbesetzung mussten der A1 weichen. (Bild: Archiv /Gerda Huber)

Kurt Latzer

redaktionot@tagblatt.ch

Auf den Gedenkstein, der an die Verteidigung des Vaterlandes gegen das Dritte Reich erinnern soll, stösst man eher zufällig. Auf einem kleinen Stück Rasen zwischen Bahnhofstrasse und dem Parkplatz des Hotels Hecht. Der Artikel über das Stück Granit mit der Bronzetafel darauf hat die Erinnerungen einiger Leute geweckt. Der Stein "müsste", "sollte" bei den Bunkern am Ufer des Alten Rheins gestanden haben. An welchem Ort genau der Gedenkstein stand, um mahnend an den Zweiten Weltkrieg zu erinnern, wusste bisher niemand. Der oder die Stifter des Mahnmals sind weiterhin unbekannt, ebenso wie die Firma, die die Gedenktafel hergestellt hat.

Ob man das Schild mit der Aufschrift "Für die Freiheit des Vaterlandes – Grenzbesetzung 1939 – 1945, GZ Füs KP II/288" in den 1940er- oder 1950er-Jahren in die Gussform gelegt hat, wusste bisher niemand. Auch nicht auf der Rheinecker Stadtverwaltung.

"Sicher keine Geschäfte mit den Nazis gemacht"

Peca Petrovic, Geschäftsführer der E. Soland GmbH, einer Firma im Aargau, die seit 1952 Gedenktafeln herstellt, vermutete den Hersteller nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland. Auf den Schrifttyp, der auf der Bronzetafel verwendet wurde, stützt er seine Theorie. Die Aussage Petrovics, im Artikel am 31. Oktober 2017 veröffentlicht, weckte den Unmut eines Lesers. Die Tafel stammte garantiert nicht aus Deutschland, "zu der Zeit hat man mit den Nazis sicher keine Geschäfte gemacht", schrieb er in seinem Kommentar zum Artikel "Denkmal, das nie errichtet wurde".

Dem Gedenkstein den Marsch geblasen

Hans Bischof, pensionierter Malermeister, erinnert sich an die Einweihung des Denkmals am neuen Ort. "Das Denkmal hat man vor dem Bau der Autobahn gerettet und vom Ufer am Alten Rhein zum heutigen Platz beim ‹Hecht› versetzt", sagt der heute 73-Jährige. Aufgewachsen im Tessin, sei er Mitte der 1950er-Jahre mit der Familie nach Rheineck gekommen. Als Mitglied des Musikvereins Rheineck habe er zur Einweihung des Gedenksteins am neuen Ort aufgespielt. Das müsse 1958 oder 1959 gewesen sein. "Damals war nur eine kleine Gruppe Musikanten dabei", erinnert sich Hans Bischof, "wann genau man den Stein vom Fluss an die Bahnhofstrasse gezügelt hat, weiss ich nicht."

Der pensionierte Malermeister glaubt, der Gedenkstein habe vor dem Bau der Autobahn bei den Bunkern am Alten Rhein gestanden, die der Meinung Bischofs zufolge Bestandteil der Festungsanlage Buchberg waren. "Das war in der Nähe des Restaurants Sonne. Unmittelbar dort stand früher das Zollhaus und die ehemalige Brücke über den Alten Rhein", sagt Hans Bischof. Auch an die Barriere der Eisenbahn und das angrenzende Bahnwärterhäuschen erinnert sich der Rheinecker. Bilder, die den genauen Standort des Denkmals am Grenzfluss verraten würden, waren bisher nicht zu finden.

Gerda Huber, die in Rheineck Stadtführungen durchführt und ein grosses Archiv alter Fotos besitzt, weiss nicht, wo die Bunker und der Stein gestanden haben könnten. Auch Recherchen zum Denkmal beim "Hecht" in Militärkreisen sind bisher ergebnislos geblieben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.