Rettungsaktion für Marienburg

THAL. Die angekündigte Schliessung des Gymnasiums Marienburg soll mit Hilfe einer neuen Trägerschaft (AG) verhindert werden. Damit dies gelingt, müssen in kurzer Zeit zwei Millionen Franken für das Projekt «Neubeginn» beschafft werden.

Rudolf Hirtl
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Blicken hoffnungsvoll in die Zukunft: Christiane Matha und Albert Kappenthuler – das Co-Rektorat des Gymnasiums Marienburg in Thal. (Bild: Rudolf Hirtl)

Blicken hoffnungsvoll in die Zukunft: Christiane Matha und Albert Kappenthuler – das Co-Rektorat des Gymnasiums Marienburg in Thal. (Bild: Rudolf Hirtl)

THAL. Morgen abend findet um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums Marienburg eine «Vollversammlung» aller an einem Neubeginn interessierten Personen statt. Dabei sollen Projektteams bestehend aus Mitgliedern des Stiftungsrates, des Freundeskreises, der Lehrerschaft und der Elternschaft gebildet werden. Idee ist die Realisierung einer Betriebsgesellschaft in Form einer AG, damit Mitte des kommenden Jahres ein Neustart erfolgen kann. «Morgen müssen bereits Nägel mit Köpfen gemacht werden, auch in finanzieller Hinsicht» – das Co-Rektorat, bestehend aus Christiane Matha und Albert Kappenthuler, ist vom Projekt «Neubeginn» überzeugt und bereit, dieses umzusetzen, macht aber auch klar, dass es nicht gewillt ist, falsche Hoffnungen zu wecken.

Bemühungen bündeln

«Wir haben immer gespürt, dass die Eltern mit unserer Arbeit zufrieden sind. Die Emotionen, welche die drohende Schliessung nun weckt und die Dynamik, die von Elternseite her entstanden ist, um sie zu verhindern, sind aber wirklich beeindruckend», sagt Christiane Matha. Wichtig sei nun, alle Energien und Anstrengungen zu bündeln, denn nur mit vereinten Kräften sei es möglich, den Neubeginn tatsächlich zu realisieren. Sie spricht damit den Umstand an, dass es verschiedenste Bemühungen gegeben habe. «Hilferufe» via Medien seien ebenso thematisiert worden wie spontane Geldsammelaktionen.

«Als realistisch umsetzbar erscheint uns das Projekt <Neubeginn>, das von Daniel Walker, Vater von zwei Maturandinnen, nur zwei Tage nach Bekanntgabe der Schliessung auf den Tisch gelegt wurde», sagt Albert Kappenthuler. Voraussetzung für diesen Neubeginn sei die Beschaffung von mindestens zwei Millionen Franken zur Sicherstellung des Schulbetriebes für die nächsten fünf Jahre, wobei die angestrebte Betriebsgesellschaft im Besitz von Ehemaligen, Eltern, Steyler Missionaren, Gemeinden, Unternehmen und natürlichen Personen stehen soll.

Professionelle Unterstützung

Für das ehrgeizige Projekt ist laut Christiane Matha ein straffer Zeitplan vorgegeben. Bereits bei der Präsentation am Freitag, 18. November, müsse der Businessplan stehen. Auch die Broschüre für die Aktienzeichnung müsse dann verfügbar sein. Wesentlicher Bestandteil des Businessplans sei ausserdem ein pädagogisches Konzept, das von der aus der Lehrerschaft gebildeten Projektgruppe erarbeitet werde. Unterstützt werden die Projektteams von einem professionellen Projektmanager, den die Unternehmensberatung Walkerproject AG bis Mitte Dezember in einem 50-Prozent-Pensum zur Verfügung stellt.

Mehr Werbung in eigener Sache

«Die Ankündigung der Schliessung des seit 80 Jahren existierenden Gymnasiums war für Eltern, Schüler und Mitarbeitende ein Schock», räumt Co-Rektorin Christiane Matha ein. Der enorme Rückhalt von Elternseite gebe nun aber viel Kraft, um den nötigen Effort zu leisten. Dass das vermeintliche Ende überhaupt Thema wurde, hängt mit rückläufigen Schülerzahlen (aktuell 72) zusammen. «Wir hatten eine betriebswirtschaftlich gesunde Anzahl Schüler, haben es in der Folge aber versäumt, unsere Qualitäten entsprechend zu vermarkten», räumt Kappenthuler ein. Aus diesem Grund sei vorgesehen, die Marienburg zu öffnen und auch Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Vorarlberg und Süddeutschland aufzunehmen.

Mittwoch, 2. November, 19.30 Uhr: Vollversammlung «Neubeginn» der Marienburg; öffentlicher Anlass.

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