Rettung für «Marienburg» ist gescheitert

THAL. Der Versuch, das Gymnasium Marienburg zu retten, ist fehlgeschlagen, das notwendige Kapital konnte nicht beschafft werden. Nun wird die Traditionsschule im nächsten Sommer geschlossen.

Merken
Drucken
Teilen
Die Tage des Gymnasiums Marienburg sind endgültig gezählt. (Bild: Benjamin Manser/Archiv)

Die Tage des Gymnasiums Marienburg sind endgültig gezählt. (Bild: Benjamin Manser/Archiv)

Schluss, aus, vorbei: Das Thaler Gymnasium Marienburg wird seine Tore im nächsten Sommer - nach 80 Jahren Schulbetrieb - schliessen. Dem Steuerungsausschuss «Neue Marienburg AG», der das Gymnasium retten wollte, ist es nicht gelungen, das notwendige Kapital aufzutreiben. «Die Rettungsaktion ist in letzter Minute gescheitert», teilt der Steuerungsausschuss am 16. Dezember, dem Stichtag für die Kapitalbeschaffung, mit.

Grossinvestor zieht sich zurück
Nur 30 Tage hatte der Steuerungsausschuss Zeit, um zwei Millionen Franken für das Fortbestehen der Schule aufzutreiben. «Bis zum Stichtag waren rund 1000 Aktienoptionen à 500 Franken unterzeichnet», heisst es in der Mitteilung weiter. Hinzu seien die Zusagen von mittelgrossen Investoren aus der Region in Höhe von 400'000 Franken gekommen. Und vor drei Wochen fand man auch den erhofften Grossinvestor, der bereit war, mindestens den Rest des fehelnden Aktienkapitals zu zeichnen. Eine Bedingung des Investors: Die Eigentumsrechte an den Liegenschaften müssen geklärt werden, bevor Geld fliesst.

«Hier zeigte sich schliesslich, dass die knappe Zeit nicht ausreichte, eine für alle Seiten befriedigende Lösung zu suchen», schreibt der Steuerungsausschuss weiter. Der Investor zog die Konsequenzen und habe sich «in letzter Minute» zurückgezogen.

«Es ist traurig»
Daniel Walker, Präsident des Steuerungsausschusses, bedauert gemäss Communiqué das Misslingen der Rettungsaktion. «Seit dem 2. November ist eine Dynamik entstanden, die uns vorwärts getrieben hat. Mit unserem Businessplan konnten wir professionelle Investoren überzeugen. Skeptiker der ersten Stunde wurden teilweise zu unseren besten Verkäufern. Es ist traurig, dass nun die Tage der Marienburg gezählt sind.»

Weniger Schüler, weniger Geld
Mitte Oktober hatte der Stiftungsrat des Gymnasiums Marienburg die Schliessung der Schule bekannt gegeben. Grund für den Entscheid waren sinkende Schülerzahlen, das Sparpaket der St.Galler Regierung und der Rückzug der Steyler Missionare, welche die Schule aufgebaut hatten. (pd/sg)