Restaurants brauchen viel Energie

Die Stadt will mit dem Energiekonzept 2050 die Energieverschwendung eindämmen. Wie und wo Strom gespart werden kann, zeigt die Stadt den KMU in einer Gratisberatung. Gerade auch Restaurants haben ein hohes Sparpotenzial.

Elisabeth Reisp
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Eine Restaurantküche braucht viel Energie für Küchengeräte, Licht und Lüftung. (Bild: Urs Jaudas)

Eine Restaurantküche braucht viel Energie für Küchengeräte, Licht und Lüftung. (Bild: Urs Jaudas)

In einer Restaurantküche geht's über Mittag heiss zu und her. Auf allen Herdplatten stehen Töpfe, und in allen Töpfen brutzelt es. In den Öfen wird gebraten und warm gehalten. Mitarbeiter und Geräte stehen unter Strom. Und vor allem letztere nicht zu knapp. Der Stromverbrauch von Restaurants schnellt mittags und abends in die Höhe. Diese Spitzenwerte verursachen den Betrieben hohe Leistungstarife. Diese könnten gesenkt werden, indem man nicht alle Geräte zur gleichen Zeit benutzt und indem energieeffiziente Geräte genutzt werden. Hier möchte das städtische Amt für Umwelt und Energie ansetzen. Es bietet kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) eine kostenlose Erstberatung zum Thema Energieeffizienz an.

Im Visier hat das Amt für Umwelt und Energie unter anderem die Restaurants. Fredy Zaugg, Verantwortlicher für Energiekonzept-Management, hat daher die Gunst der Hauptversammlung der Gastro Stadt St. Gallen genutzt und das Projekt den städtischen Wirten vorgestellt. Interessanterweise seien aber nicht unbedingt die Küchengeräte die grossen Stromverschwender. «Das Sparpotenzial liegt woanders», sagte Zaugg.

Monatsspitze runterbringen

Tatsächlich sei bei vielen KMU die Beleuchtung ein grosser Stromfresser, sagt Zaugg. Wer noch Halogen- statt LED-Lampen verwendet, brauche unglaublich viel Energie. Mit einem Wechsel auf LED-Lampen könne der Energiebedarf dafür um 80 Prozent gesenkt werden, sagt Zaugg.

Für Restaurants ebenso praktisch wären energieeffiziente Geräte wie Induktionsherde anstelle der alten Gussplatten. «Neue sparsame Geräte werden sogar mit einem Förderbeitrag vom Kanton unterstützt.»

Leistungstarif als Kostenpunkt

Keinen Strom, dafür Geld kann gespart werden, wenn man die Verbrauchsspitzen klein hält. «Unternehmen zahlen nicht nur den Strom, sondern aufgrund ihres höheren Strombedarfs auch einen Leistungstarif», sagt Zaugg. Das Tückische daran: Dieser wird nach der jeweiligen Monatsspitze berechnet, auch wenn dieser Spitzenwert nur einmal erreicht wird.

Pro Kilowatt wird 6.50 Franken verrechnet. «Erreicht ein Unternehmen nur einmal den Wert von 100 Kilowatt, zahlt es für diesen Monat 650 Franken Leistungstarif.» Mit geeigneten Massnahmen könnten bis zu 20 Prozent gespart werden, sagt Zaugg. Dies komme schliesslich auch der Stadt als Energielieferant zugute.

1000 Franken weniger im Jahr

René Rechsteiner vom «Bierfalken» hat als Präsident der Gastro Stadt St. Gallen seinen Betrieb bereits überprüfen lassen. Auch im «Bierfalken» könnte der Energiebedarf optimiert werden. «Wir werden ein Messgerät mit Anzeige einbauen, damit wir die Spitzenwerte reduzieren können», sagt Rechsteiner. Er rechnet alleine mit dieser Massnahme mit jährlichen Einsparungen von bis zu 1000 Franken. Auch habe er als weitere Sparmassnahme in der Bar bereits von Halogen- auf LED-Leuchten umgestellt.

Fredy Zaugg Energiekonzept-Management Amt für Umwelt und Energie (Bild: pd)

Fredy Zaugg Energiekonzept-Management Amt für Umwelt und Energie (Bild: pd)