RESTAURANT FACINCANI: Gästen fällt die Decke auf den Kopf

Es war Glück im Unglück: Im Restaurant Facincani in St.Gallen krachte am Freitag die Akustikdecke herunter. Beim ersten Schub kamen die Gäste mit dem Schrecken davon, beim zweiten war das Restaurant bereits leer.

Christina Weder
Drucken
Teilen
Die Decke im Restaurant Facincani präsentiert sich ungewohnt kahl – «dafür kann nichts mehr runterfallen» (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Decke im Restaurant Facincani präsentiert sich ungewohnt kahl – «dafür kann nichts mehr runterfallen» (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Gäste des Restaurants Facincani kamen am vergangenen Freitag mit dem Schrecken davon. Es war gegen 21.30 Uhr, als es im Lokal an der Gallusstrasse einen Knall gab. Schalldämmplatten hatten sich an der Decke gelöst und fielen auf einige Gäste herunter. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich rund 30 Personen im Lokal auf. Sieben bis acht Gäste wurden getroffen. Zwei klagten hinterher über Kopfschmerzen. Sie mussten aber nicht medizinisch behandelt werden, wie die Stadtpolizei meldet.

Gefilmt, wie die Decke herunterkracht
«Alle sind sehr erschrocken», erzählt Wirt Egiziano Franzon. Der Betrieb im Restaurant ging nach dem Vorfall weiter. Doch es war noch nicht alles überstanden. Als die Gäste gegangen waren und das Personal aufgeräumt hatte, filmte Franzon im Lokal. Er wollte seiner Frau per Video zeigen, was vorgefallen war und wie die Decke aussah. Just in diesem Moment hörte er ein «Chrosen». Sekunden später krachte eine zweite Ladung Schalldämmplatten zu Boden. Franzon traute seinen Augen kaum. Er hat alles mit der Kamera festgehalten.

Weshalb sich die Decke löste, wird derzeit untersucht. Das Lokal ist vor etwas mehr als einem Jahr für 1,1 Millionen Franken renoviert worden, es befindet sich im Besitz der Stadt. Serafina De Stefano, die Leiterin des städtischen Liegenschaftenamts, war am Samstagmorgen vor Ort, um einen Augenschein zu nehmen. «Es war kein Bild von einem immensen Schaden», berichtet sie. Erste Erkenntnisse, warum die Akustikdecke herunterfiel, gibt es laut De Stefano noch nicht. Sie weist den Verdacht, es könnte sich um Pfusch am Bau handeln, zurück. Die Abklärungen seien im Gang. Das Gerücht, ein Materialfehler am Kleber sei schuld, will sie nicht kommentieren. Es werde sich zeigen, ob der Gipser, der die Decke montiert hat, oder ein Materialhersteller für den Vorfall verantwortlich sei. Da die Renovation noch nicht lange zurückliege, könne man von einer Garantieleistung sprechen. Wichtig sei nun, dass für die Gäste keine Gefahr mehr bestehe und das Restaurant Facincani seinen Betrieb aufrechterhalten könne.

Am Samstagmorgen wurden im Restaurant die an der Decke verbliebenen Platten abmontiert. «Jetzt kann nichts mehr runterfallen», sagt Wirt Egiziano Franzon. Dafür sehe die Decke nicht mehr so schön aus. Er ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Am Samstagmittag öffnete das Facincani bereits wieder seine Türen. Der Betrieb läuft zu den gewohnten Öffnungszeiten normal weiter.