Respekt vor der Jugend

Leserbrief «Brennholz ersetzen», 9.6.2011, und «400 Goaner feiern im Witenwald», 7.6.2011

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Leserbrief «Brennholz ersetzen», 9.6.2011, und «400 Goaner feiern im Witenwald», 7.6.2011

Sehr geehrte Frau Troy, bei Ihrem Leserbrief in der Tagblatt-Ausgabe von Donnerstag habe ich mir schon ein wenig die Augen gerieben. Da haben junge Leute zusammen ein Fest gefeiert und ausgerechnet beim Waldsofa der Waldspielgruppe Kunterbunt «gechillt» und alles Holz verbraucht – schrecklich! Glauben Sie mir, wenn sie dort nicht gechillt, sondern gewütet hätten, dann hätten Sie sich die Augen gerieben.

Hätten diese feiernden Jugendlichen Böses im Sinn gehabt, dann hätten sie sich des Holzes Ihrer gesamten Anlage inklusive der kleinen Holzbrücke bedient. Holz neu zu beschaffen ist in unmittelbarer Nähe (einige Schritte über der Strasse) doch kein Problem. Vielleicht helfen ja auch die Eltern der Kinder mal mit – aus Dankbarkeit, dass sonst wirklich nichts zu Schaden kam und zudem die Kinder nicht mit weiss was für Unrat konfrontiert wurden.

Für Sie hoffe ich, dass die Ihnen anvertrauten Kinder im Jugendlichenalter nie einen grösseren Schaden anrichten als dieses fehlende Holz bei Ihrem Vorrat im Witenwald. Ich habe die Goaner am Samstagmittag selbst gesehen. Was für ein Bild: etwa 80 junge Leute friedlich vereint, viele im Tanz versunken und mit sich und dem Universum zufrieden – ein wohltuender Anblick. Nur freundliche, heitere Gesichter waren zu entdecken, nirgends Unrat. Ich konnte es kaum fassen. Da ich oft in dieser Gegend unterwegs bin, weiss ich, wie es an manchen Tagen dort aussieht.

Nachdem ich nun gelesen habe, dass etwa 400 Personen im Witenwald anwesend waren, freut es mich noch mehr, zeigt das doch: Es gibt sehr viele Jugendliche, die ganz friedlich einen solchen Event auf die Beine stellen können.

Ein klares Zeichen, dass unsere heutigen Jungen um vieles besser sind als ihr Ruf. Geben wir ihnen die Freiheit, sich zu entwickeln, und den nötigen Respekt, den wir ja von ihnen auch erwarten. Liegt es vielleicht an uns Erwachsenen, dass sie sich oft so «flegelhaft» verhalten? Jedenfalls sollten wir ihnen die guten Sitten vorleben, bevor wir sie kritisieren. Jede Generation lebt ihre eigene Kultur, das war schon vor 50 Jahren so, als ich in diesem Alter war. In jeder Generation wurden die meisten zu wunderbaren Mitmenschen.

Ursula Erath

Im Quellacker 4

9403 Goldach

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