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Reparaturen gegen den Zerfall

Nachdem die Sanierung der Villa Wiesental mit Ablehnung eines Bauprojektes vorerst vom Tisch ist, überprüfen Fachleute der Stadt periodisch den baulichen Zustand des historischen Gebäudes. Wenn nötig, ordnen sie Reparaturen an. Ziel ist, den Zerfall der Villa zu verhindern.
David Gadze
Die Vorderseite der Villa Wiesental mit dem abgestützten Balkon und Schadstellen im Fassadenverputz. (Bild: Daniel Dorrer)

Die Vorderseite der Villa Wiesental mit dem abgestützten Balkon und Schadstellen im Fassadenverputz. (Bild: Daniel Dorrer)

Die Villa Wiesental hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen. Das historische Gebäude an der Rosenbergstrasse gibt ein ziemlich tristes Bild ab: Der Verputz der Fassade bröckelt und lässt das darunter liegende Mauerwerk zum Vorschein kommen. Der kleine Balkon im ersten Stock auf der Vorderseite ist durch Stelzen vor dem Absturz gesichert. An den Fensterleibungen aus Sandstein hat der Zahn der Zeit deutlich sichtbar genagt. Einige Fenster sind mit Brettern verschlossen.

«Im heutigen Zustand» erhalten

Geplant war, die denkmalgeschützte Villa im Zuge der Errichtung eines Neubaus in ihrem Garten zu sanieren und dann zu verkaufen. Doch seit der Stadtrat Mitte Januar den entsprechenden Gestaltungsplan aus städtebaulichen Gründen abgelehnt hat, ist auch die Sanierung vom Tisch. Die Eigentümerin HRS Real Estate AG hatte damals angekündigt, die Villa «im heutigen Zustand» erhalten zu wollen.

Baudirektorin Patrizia Adam hatte schon Mitte Januar betont, der Stadtrat werde nicht tolerieren, dass HRS als Eigentümer die Villa Wiesental zerfallen lasse. Den Worten hat die Baudirektorin Taten folgen lassen: «Ich habe angeordnet, dass das Amt für Baubewilligungen und die Denkmalpflege etwa dreimal pro Jahr zusammen mit der HRS den baulichen Zustand der Villa kontrollieren und dringende Mängel behoben werden.» Bei der ersten (und bisher einzigen) Kontrolle in diesem Frühling sei beispielsweise an einem Ort im Gebäude festgestellt worden, dass Wasser eingedrungen sei. Der Schaden sei repariert worden.

Die Frage aber bleibt, ob diese «Flickmassnahmen» taugen, um den schleichenden Zerfall des Gebäudes – etwa der Fassade und des Mauerwerks – aufzuhalten. Und vor allem um zu verhindern, dass eintritt, was viele befürchten: Dass die Villa dereinst baulich in einem so schlechten Zustand ist, dass letztlich nichts anderes übrig bleibt, als sie doch noch abzubrechen. «Ich vertraue darauf, dass unsere Fachleute in der Lage sind, den Zustand richtig zu beurteilen und entsprechende Massnahmen zu beschliessen», sagt Stadträtin Patrizia Adam.

Zwang noch nicht angebracht

Zu einer Sanierung des Gebäudes zwingen könne man die HRS allerdings noch nicht. Und auch für Ersatzvornahmen, also Sanierungsmassnahmen durch die Stadt, die der HRS verrechnet würden, müsste die Villa Wiesental in noch schlechterem Zustand sein, sagt die Baudirektorin. «Ausserdem stünde der HRS gegen eine entsprechende Verfügung natürlich der Rechtsweg offen.» Deshalb vertraue man weiterhin darauf, dass die HRS zumindest ihr Versprechen, die Villa Wiesental in ihrem derzeitigen Zustand zu erhalten, einhalten werde.

«Wir kennen unsere Pflichten»

Auch die HRS versichert, die Villa Wiesental nicht zerfallen zu lassen. «Wir kennen unsere Pflichten und nehmen sie wahr», betont HRS-Sprecher Sven Bradke. Bereits vor den Kontrollen durch das Amt für Baubewilligungen und die Denkmalpflege habe man immer wieder kleinere Reparaturen am Gebäude vorgenommen. Bradke räumt zwar ein, dass es sein könne, dass die Substanz des Gebäudes etwa durch die Witterung Schaden nehme. «Aber wir wissen, was wir tun müssen, damit die Villa bestehen bleibt.» Die Auflagen der Stadt habe die HRS bisher stets erfüllt, sagt Bradke. Über die nötigen Reparaturen hinausgehende Verpflichtungen für Sanierungen werde man nicht akzeptieren. «Die Stadt hat mit ihren Entscheidungen zu unseren Neubauprojekten zu dieser Situation beigetragen. Sie muss nun auch die Folgen mittragen.»

Möglichkeiten neu ausloten

Auch an den laufenden Gesprächen über die Entwicklung des Areals Hauptbahnhof Nord, zu denen im Rahmen der anstehenden Testplanung alle Grundstückeigentümer und alle Direktbetroffenen eingeladen sind, nimmt die HRS teil. Patrizia Adam hofft, dass sich dadurch das seit dem negativen Entscheid zum Gestaltungsplan ziemlich abgekühlte Verhältnis zwischen der Stadt und der Generalunternehmerin bessert. «Es wäre gut, wenn wir in den Gesprächen gemeinsam ausloten könnten, welche Möglichkeiten sich für die HRS durch die Arealentwicklung bieten.»

Die HRS sieht das offenbar anders. Man schicke einen Vertreter an die Sitzungen, um darüber informiert zu sein, was aus planerischer Sicht im Gebiet Hauptbahnhof Nord vorgesehen sei, sagt Bradke. «Und um zu erfahren, was man allenfalls mit unserem Grundstück vorhat.»

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