Rennen fahren am Hausberg

Über 80 Teilnehmer nahmen am Skirennen am Abtwiler Sonnenberg teil. Der Schneesportclub Gaiserwald führt den Anlass seit Ende der 1940er-Jahre durch – nicht immer mit Wetterglück.

Manuela Bruhin
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Ermutigt vom Publikum, wagte sich die achtjährige Valeria als eine der ersten auf die Piste. (Bild: Manuela Bruhin)

Ermutigt vom Publikum, wagte sich die achtjährige Valeria als eine der ersten auf die Piste. (Bild: Manuela Bruhin)

ABTWIL. Die Temperaturen bleiben hartnäckig in den Minusbereichen, aus den Boxen tönen Après-Ski-Hits, am Pistenrand hüpfen die Zuschauer auf und ab, damit die Eiseskälte nicht sofort in die Knochen dringt. Die ersten der über 80 Teilnehmer am Abtwiler Skirennen haben am Samstag ihre Ski bereits den Hang hoch getragen – nach einem Skilift sucht man am Sonnenberg nämlich vergeblich.

18 Stunden Piste präparieren

Als eine der ersten wagt sich die achtjährige Valeria Brülisauer auf die Piste. Wie ein kleiner Profi schwingt sie ihre Bretter zwischen den abgesteckten Fahnen hindurch. Am Ziel wartet ihre Mutter mit einem warmen Punsch. «Mir gefällt das Abtwiler Skirennen sehr», sagt die Schülerin. Sie habe bereits zweimal daran teilgenommen. Und sie hofft, dass der Anlass auch im nächsten Jahr wieder durchgeführt werden kann.

Am Pistenrand steht Peter Gubelmann, Präsident des Schneesportclubs Gaiserwald, und verfolgt aufmerksam das Geschehen. Per Funk ist er mit seinem Team verbunden, wird über die Abläufe, das Geschehen und etwaige Verzögerungen stets auf dem laufenden gehalten. Bereits vergangene Woche habe man mit Hilfe einer Schneewalze und eines Schneemobils mit der Pistenpräparierung begonnen. «Das alleine nimmt etwa 18 Stunden in Anspruch», erklärt Gubelmann. Seit Freitagmittag seien die Mitglieder mit allgemeinen Vorbereitungsarbeiten wie dem Aufstellen der Schneebar oder dem Abstecken der Piste beschäftigt gewesen. Trotz des grossen Aufwandes findet der Präsident nur lobende Worte. «Wir freuen uns sehr, dass wir das Rennen sowie die Skichilbi durchführen können. Es ist toll, die Unterstützung der Leute aus der Gemeinde zu spüren.»

In der Vergangenheit hatte der Schneesportclub nicht immer solches Glück mit dem Wetter. Das letzte Mal konnte das Skirennen vor zwei Jahren durchgeführt werden. «Ich erinnere mich, als wir vor einigen Jahren bis am Freitag dachten, den Anlass organisieren zu können. Doch der Föhn machte uns einen Strich durch die Rechnung», so Gubelmann. Die erste Skichilbi wurde Ende der 1940er-Jahre organisiert. Laut Speaker Max Ziegler fand das Rennen damals in der Steinegg statt. Früher nahm die Vorbereitung noch mehr Zeit in Anspruch als heute, wurde die Piste doch nur mit Hilfe der Ski präpariert – ein Schneemobil gab es nicht.

Chilbi im Schützenhaus

Mittlerweile sind auch die letzten Fahrer wohlbehalten unten angekommen. Das Schützenhaus ist gut gefüllt, bis weit in die Nacht hinein wird zur Musik von DJ Pädi Häne, der Schellengruppe Nosslerjäger sowie der Guggenmusik Chapf Chläpfler mitgesungen und geschunkelt. Die Mitglieder des Schneesportclubs hingegen «vergnügen» sich auf der nahen Piste. Schliesslich baut sich die Infrastruktur des Rennens nicht von alleine ab.

Nach dem Rennen an die Skichilbi ins Schützenhaus: Die vier wackeren Mannen des Turnvereins Abtwil-St. Josefen fuhren am Samstagnachmittag mit einem selbstgebastelten Schlitten und spezieller Winterbekleidung den Sonnenberg hinunter. (Bild: Hanspeter Schiess)

Nach dem Rennen an die Skichilbi ins Schützenhaus: Die vier wackeren Mannen des Turnvereins Abtwil-St. Josefen fuhren am Samstagnachmittag mit einem selbstgebastelten Schlitten und spezieller Winterbekleidung den Sonnenberg hinunter. (Bild: Hanspeter Schiess)

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