Rekurs ist eingereicht

Der Kampf gegen die geplante Mobilfunkantenne im Gossauer Büel-Quartier geht weiter. 70 Anwohner haben gemeinsam beim Kanton eine Verlängerung der Beschwerdefrist beantragt.

Marion Loher
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Unerwünscht: Die geplante Mobilfunkantenne im Büel. (Bild: Urs Bucher)

Unerwünscht: Die geplante Mobilfunkantenne im Büel. (Bild: Urs Bucher)

GOSSAU. Den Anwohnern im Gebiet Büel ist es mit dem Widerstand gegen die geplante Mobilfunkantenne in ihrem Quartier ernst. Sie wollen den Entscheid der Stadt, die sämtliche Einsprachen abgelehnt und den Bau der Antenne Mitte Januar bewilligt hat, nicht einfach so hinnehmen (Ausgabe vom 22. Januar). Sie haben beim kantonalen Baudepartement Rekurs eingelegt. Der zuständige Kommunikationsverantwortliche David Hugi sagt auf Anfrage: «Wir haben zwei Rekurse erhalten, einen Sammel- und einen Einzelrekurs.»

Mehr Zeit für Abklärungen

Für den Kampf gegen die Antenne haben sich zahlreiche Anwohner des Büel-Quartiers zusammengetan und einen Verein gegründet. Präsidiert wird dieser von Hans Rissi. Zusammen mit einem Rechtsanwalt ist die Beschwerde formuliert und beim Kanton eingereicht worden. Mit welchem Inhalt? Laut Rissi wird beantragt, die Einreichefrist für den Rekurs zu verlängern. Damit mehr Zeit bleibe, um weitere Argumente und Unterschriften zu sammeln und zusätzliche Unterlagen zu beschaffen, fügt er hinzu. In der Rekursschrift heisst es laut Rissi unter anderem auch, dass eine Mobilfunkantenne in unmittelbarer Nähe zu Schulhaus, Altersheim und Alterswohnungen «unsinnig und nicht mehr zeitgemäss» und die Begründung der Stadt, mit welcher die Einsprachen abgelehnt wurden, «in wesentlichen Punkten sehr knapp» ausgefallen ist.

Sieben Antenen in fünf Jahren

Bei der Stadt sind in den vergangenen fünf Jahren sieben Gesuche für den Bau einer Mobilfunkantenne eingegangen. Und alle seien bewilligt worden, sagt Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt. Wie etwa die Sunrise-Antenne auf dem Nafag-Turm (2009) oder die Orange-Antenne auf dem Kühlhaus (2011). Bei einzelnen Gesuchen habe es auch Einsprachen gegeben, so Salzmann, aber nie in dieser Menge wie es nun bei der Mobilfunkantenne im Büel der Fall sei.

Bis der Kanton hier einen Entscheid fällt, kann es mehrere Monate dauern. Das ist sich Rissi bewusst. Doch er und die rund 70 Anwohner, die mit einer Unterschrift ihre Unterstützung im Kampf gegen die Antenne zugesichert haben, bleiben hartnäckig. Die Verfahrens- und Anwaltskosten werde der Verein tragen, sagt Rissi. In den vergangenen Tagen hat er Flyer im Quartier verteilt. Darauf bittet er die Bewohner unter anderem um einen freiwilligen Zustupf, damit das Ganze auch finanziert werden könne.

Orange ist Widerstand gewohnt

Für das Telekommunikationsunternehmen Orange, das die 30 Meter hohe Antenne bauen möchte, ist der Widerstand «nichts Neues», wie Mediensprecherin Therese Wenger sagt. In der Schweiz würde es von der Planung bis zum Bau einer Mobilfunkantenne durchschnittlich ein bis zwei Jahre dauern. In Dänemark beispielsweise jedoch lediglich 45 Tage. Zur geplanten Antenne in Gossau sagt Wenger: «Wir warten jetzt den Entscheid des Kantons ab. Auf die Suche nach einem alternativen Standort machen wir uns zurzeit nicht.»

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