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REKORD: Ruckhaldekurve ist eine technische Pioniertat

Die Kurve der Appenzeller Bahnen an der Ruckhalde ist die engste Zahnradkurve der Welt. Gebaut wurde sie 1887 bis 1889 als Teilstück der Bahnlinie von St. Gallen bis Gais.
Eine Ansichtskarte der Ruckhalde vor 1905. Im Hintergrund der Güterbahnhof und die Vonwilbrücke. Im Gebiet von St. Otmar fehlen noch viele Bauten, unter anderem direkt hinter der Brücke die St.-Otmar-Kirche. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St. Gallen)

Eine Ansichtskarte der Ruckhalde vor 1905. Im Hintergrund der Güterbahnhof und die Vonwilbrücke. Im Gebiet von St. Otmar fehlen noch viele Bauten, unter anderem direkt hinter der Brücke die St.-Otmar-Kirche. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St. Gallen)

Wenn am 7. Oktober dieses Jahres der 700 Meter lange Ruckhaldetunnel den Betrieb aufnimmt, wird die oberirdische geführte, 940 Meter lange Zahnradstrecke daneben für den Bahnbetrieb Richtung Teufen, Gais und Appenzell überflüssig. Sie soll daher – samt dem berühmten 180-Grad-Rank, der Ruckhaldekurve – abgebrochen werden. Damit werden am Hang zwischen Güterbahnhof und Riethüsli 40000 bis 50000 Quadratmeter Bauland frei, das grösstenteils der Stadt gehört. Das Verfahren zur Umzonung des Areals in die Wohnzone ist bereits eingeleitet.

Kurz vor Weihnachten trat der Heimatschutz St.Gallen/Appenzell-Innerrhoden mit der Forderung an die Öffentlichkeit, dass die Ruckhaldekurve möglichst mit Schotterbett und Gleisen erhalten werden sollte. Sei dies nicht möglich, müsse mindestens der Verlauf der engsten Zahnrad-Eisenbahnkurve der Welt für die Nachwelt markiert werden. Die Stadt reagierte Verhalten auf die Forderung: Ihre Verantwortlichen zeigten sich bereit, die Machbarkeit der Forderung zu überprüfen, liessen aber durchblicken, dass eine innovative Wohnüberbauung gegenüber dem Erhalt eines Eisenbahnmonuments im Vordergrund stehen müsse. In der Stadtpolitik sind die Meinungen geteilt.

Der Kurvenradius allein ist nicht einmalig

Die Ruckhaldekurve galt 1889 bei der Eröffnung der «Strasseneisenbahn» (so ihre früheste Bezeichnung) von St. Gallen nach Gais als eisenbahntechnische Grosstat. Dies allerdings nicht allein wegen des Kurvenradius von 30 Metern; solche und sogar noch engere Schienenkurven gibt es etliche. Bis heute weltweit einmalig macht die Kurve ihr enger Radius in Kombination mit der Zahnstange zur Überwindung einer Steigung von 90 Promille. Um sie zu überwinden, braucht es spezielles Rollmaterial.

Bereits vor zehn Jahren wurde darüber diskutiert, ob es nicht Lösungen gäbe, damit die Kurve trotz Tunnelbau regulär weiter in Betrieb bleiben könnte. Die Bemühungen und Debatten verliefen allerdings alle im Sand. Dies auch, weil die jetzt geplante und aus verkehrspolitischer Sicht sinnvolle Schaffung einer Durchmesserlinie von Appenzell über Gais und St.Gallen nach Trogen dafür wenig Spielraum liess. (vre)

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