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REINIGUNG: Die Steinach ist wieder sauber

Dank einer neuen Abwasserleitung hat sich die Wasserqualität der Steinach nachweislich verbessert. Auch Lebewesen haben den Weg zurück in den Fluss gefunden. Die Arbeit ist damit aber noch nicht ganz getan.
Jolanda Riedener
Gemeindepräsident Roland Brändli (links) und Roland Boller, ARA Morgental, vor der sauberen Steinacher Bucht. (Bild: Jolanda Riedener)

Gemeindepräsident Roland Brändli (links) und Roland Boller, ARA Morgental, vor der sauberen Steinacher Bucht. (Bild: Jolanda Riedener)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Es stank nach Abwasser, das Wasser war trüb und schäumte. Bis im Mai 2014 bestand die Steinach bei niedrigem Wasserpegel zu 80 Prozent aus gereinigtem St. Galler Abwasser aus der ARA Hofen. Trotz guter Reinigungsleistung der ARA war die Wasserqualität der Steinach schlecht. Die gesetzlichen Anforderungen wurden jahrelang nicht erfüllt. «Viele ältere Personen aus dem Dorf können sich noch gut an den Schaumteppich von früher erinnern», sagt Roland Brändli, Gemeindepräsident von Steinach.

Das gereinigte Abwasser der Steinacher Kläranlage ARA Morgental führte über eine Leitung 670 Meter vom Ufer entfernt in den See. Seit das Abwasser aus der ARA St. Gallen-Hofen hinzugekommen ist, konnte die Leitung nicht mehr alles Wasser aufnehmen. Es musste eine neue Seeleitung errichtet werden. Die neue, zweite Leitung führt seit Juni 2014 in den See und ist fast doppelt so lang. Sie befördert das Abwasser 1,3 Kilometer vom Ufer entfernt, ausserhalb der Steinacher Bucht, in eine Tiefe von 26 Meter. 25 Millionen Franken kostete die Investition. Bei trockenem Wetter transportiert die Leitung heute täglich 28000 Kubikmeter gereinigtes Abwasser.

Baden ist weiterhin problemlos möglich

Es gab Befürchtungen, dass die Wasserqualität in der Steinacher Bucht unter dem zusätzlichen Abwasser aus der ARA St. Gallen-Hofen leidet. Messungen des Umweltamts der Kantone St. Gallen und Thurgau lassen nun aber aufatmen: «Die Wasserqualität wird durch die Abwassereinleitung nicht beeinträchtigt. Im Mündungsbereich der Steinach hat sie sich wie im Fluss selbst markant verbessert», heisst es im Bericht des Kantonalen Amts für Wasser und Energie. Während mehrerer Monate wurden Wasserproben untersucht. «Die entnommenen Proben vom Seebad Steinach, Mobilheimpark Weidenhof und im Mündungsbereich der Steinach zeigen, dass das Baden problemlos möglich ist», sagt Michael Eugster, Leiter des Amts für Wasser und Energie im Kanton St. Gallen. Im Mündungsbereich der Steinach sei die Keimbelastung am deutlichsten zurückgegangen. Dennoch ist das Steinacher Flusswasser stärker belastet als das Seewasser. Denn: Bei Regenwetter erfolgen Entlastungen aus den Kanalisationen in den Fluss.

Dank der verbesserten Wasserqualität haben sich auch Lebewesen wie Insektenlarven, Würmer oder Schnecken erholt. Die Steinach ist für die Seeforelle ein wichtiger Laichplatz. Früher wiesen die Fische einen ungeniessbaren Abwassergeschmack auf. Gemäss Fischern sei der Fang mittlerweile wieder schmackhaft. Weiterhin nachweisbar ist hingegen die Belastung mit Phosphor, Stickstoff und organischen Stoffen im Bereich vor der Mündung der Aach. Dies werde vorwiegend durch die landwirtschaftliche Nutzung verursacht.

Mikroverunreinigung bald beseitigen

«Das war ein schöner Moment, als wir die Badeverbotsschilder abmontieren konnten. Die Lebensqualität hat sich hier stark verbessert», sagt Roland Brändli. Er sei froh, dass Kanton und Stadt St. Gallen die Notwendigkeit dieser Massnahme damals erkannt haben. Zufrieden zeigt sich auch Roland Boller, Geschäftsführer des Abwasserverbands Morgental seit der Inbetriebnahme vor drei Jahren: «Die Ableitung ist äusserst pflegeleicht.» Medikamentenrückstände, Chemikalien, Waschmittel, Kosmetika, Farben – vieles finde man im Seewasser wieder. Bis 2022 werden die ARA Morgental und St. Gallen-Hofen eine zusätzliche Reinigungsstufe zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen einführen. Mittels Ozon werden Moleküle im Wasser gespalten und durch eine biologische Nachbehandlung zersetzt, bevor es in den See gelangt.

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