Rehetobel entscheidet über Ausländerstimmrecht

REHETOBEL. Rehetobel hätte 1996 die erste Ausserrhoder Gemeinde sein können, die das kommunale Stimm- und Wahlrecht für Ausländer einführt. Doch es fehlten 40 Ja-Stimmen.

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REHETOBEL. Rehetobel hätte 1996 die erste Ausserrhoder Gemeinde sein können, die das kommunale Stimm- und Wahlrecht für Ausländer einführt. Doch es fehlten 40 Ja-Stimmen. «In den Dorfvereinen käme es keinem in den Sinn, Ausländer nicht aufzunehmen», sagte Sarah Kohler, Präsidentin der Lesegesellschaft Dorf kürzlich in einer Gesprächsrunde. Ebenso selbstverständlich müsse das kommunale Stimmrecht für Ausländer sein. Im Frühjahr hatte die Lesegesellschaft Dorf eine Volksinitiative lanciert. Am 30. November stimmt Rehetobel ab.

«Der grosse Sturm blieb aus»

Auf dem Podium berichteten Jakob Egli, Gemeindepräsident von Wald, und Kantilehrer Jens Weber über ihre Erfahrungen. «Das kommunale Stimmrecht ist für Ausländer eine Geste», sagte Weber, «eine Einladung zum Mitmachen.» Von 2006 bis 2013 sass der gebürtige Amerikaner im Trogner Gemeinderat, vor zwei Jahren liess er sich einbürgern. Die Einführung des Ausländerstimmrechts habe er als Sensation empfunden, vorher habe er nur bei der Feuerwehr mitmachen können, so Weber. Gemeindepräsident Egli sagte, die Einführung des Ausländerstimmrechts in Wald habe grosse mediale Aufmerksamkeit erfahren, doch politisch habe sich nichts verändert. «Für die Ausländer macht es hingegen einen grossen Unterschied», so Egli. Viele Ausländer stimmten ähnlich wie die Schweizer. Weber sieht keine Gefahr, dass Ausländer Abstimmungen beeinflussen könnten: «Der grosse Sturm auf die Wahlbüros ist ausgeblieben.»

Kritiker sind nicht hörbar

Am Ende fragte eine Votantin: «Gibt es denn auch kritische Stimmen im Dorf?» Dazu Präsidentin Sarah Kohler: «Es gibt sie, aber sie sind nicht hörbar.» Während der Unterschriftensammlung habe sie Leute getroffen, die gezögert hätten. (mge)