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Regiwehr ist heisses Thema

Der Eggersrieter Gemeinderat will definitiv aus der Regiwehr austreten. Kaum ist dies bekannt, werben die ersten Bürger für ein Nein. Unter ihnen ist auch Kommandant Stephan Schmocker.
Johannes Wey

EGGERSRIET. Der Gemeinderat macht Nägel mit Köpfen: Am 21. März soll die Bürgerversammlung entscheiden, ob Eggersriet per Ende Jahr aus der gemeinsamen Feuerwehr mit den Ausserrhoder Nachbarn Heiden, Wolfhalden und Grub austreten soll. Die Aufgabe würde dann durch eine Leistungsvereinbarung abgedeckt. In Frage käme die Berufsfeuerwehr St. Gallen. Der Gemeinderat verspricht sich vom Austritt finanzielle Einsparungen, wie es im entsprechenden Gutachten heisst. Dieses wurde am Dienstag online aufgeschaltet und sollte bis heute in den Haushaltungen sein. Widerstand gegen die Pläne des Gemeinderates gibt es schon jetzt.

Zu wenig informiert

Markus Bischof aus st. gallisch Grub beispielsweise ist gegen den Regiwehr-Austritt. Ihn stört vor allem die Kommunikation des Gemeinderats: «Schon an der Bürgerversammlung 2015 gab es Kritik, dass zu wenig informiert wurde. Der Gemeinderat versprach eine Besserung.» Dennoch habe es im Lauf des Jahres keine Informationen gegeben. Gutachten und Antrag kämen sehr kurzfristig. «Meiner Meinung nach ist diese späte Veröffentlichung bewusst gesteuert, damit möglichst wenig Zeit für Opposition bleibt.»

Bischof ist überzeugt davon, dass ein Austritt aus der Regiwehr nicht günstiger käme. So beruft sich der Gemeinderat auf die Betriebskosten der Feuerwehr, die 2015 für Eggersriet gut 170 000 Franken betrugen und gemäss Finanzplan bald auf 180 000 Franken steigen sollen. Im Voranschlag sei für 2016 aber ein geringerer Betrag eingetragen und 2017 werde der Aufwand «mit Sicherheit» weiter sinken, sagt Bischof. Die Kosten für die Depotstandorte von heute 120 000 Franken würden deutlich sinken, etwa weil das Depot Wolfhalden aufgelöst wird.

Der Gemeinderat betone zudem immer wieder, dass die Eggersrieter eine Feuerwehr-Ersatzabgabe von 700, die übrigen Regiwehr-Partner aber nur von 500 Franken zahlen müssten. Diesen Betrag zahlen Bürger zwischen dem 20. und dem 50. Altersjahr, die keinen Feuerwehrdienst leisten. «Dem Bürger wird suggeriert, dass die Feuerwehr-Dienstleistungen in anderen Gemeinden viel kostengünstiger sind. Das sehe ich als bewusste Irreführung an», sagt Bischof. Denn sowohl in Eggersriet als auch in den ausserrhodischen Gemeinden werde der vom jeweiligen Kanton zugelassene Höchstsatz berechnet.

Auch Kommandant dagegen

Gegen den Austritt ist auch Regiwehr-Kommandant Stephan Schmocker, der in Eggersriet wohnt. Unter anderem findet er es falsch, dass erst nach dem Austritt eine neue Lösung gesucht werden soll. Zudem zweifelt er an den Kostenschätzungen: Bei einem Leistungsauftrag mit der Berufsfeuerwehr St. Gallen brauche es gemäss Gemeinderat einen Löschzug Grub SG. Dafür seien 20 bis 30 Leute nötig, die ausgerüstet werden müssten und ein Fahrzeug brauchten. Die 120 000 bis 140 000 Franken, die eine Lösung mit St. Gallen gemäss Gemeinderat kosten würde, hält Schmocker für zu tief. Hinzu komme, dass bei einem grösseren Ereignis in st. gallisch Grub der dortige Löschzug überfordert wäre, die Unterstützung aus St. Gallen aber spät eintreffen würde.

«Die Regiwehr würde in einem solchen Fall trotzdem zum Einsatz kommen und diese Nachbarschaftshilfe verrechnen.» Der Eggersrieter Gemeindepräsident Roger Hochreutener reagierte nicht auf eine Anfrage.

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