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REGION RORSCHACH: Während der Schule alles sauber

Der Leiter der Oberstufe Goldach versichert, dass während der Unterrichtszeit keine Drogenhändler auf dem Gelände waren. Dass es aber nach Schulschluss dazu kommen kann, zeigt ein Fall in Rorschacherberg.
Arcangelo Balsamo Martin Rechsteiner
Den Parkplatz bei der Mehrzweckhalle in Rorschacherberg nutzten laut der Kantonspolizei auch Mitglieder eines Drogenrings. (Bild: Rudolf Hirtl)

Den Parkplatz bei der Mehrzweckhalle in Rorschacherberg nutzten laut der Kantonspolizei auch Mitglieder eines Drogenrings. (Bild: Rudolf Hirtl)

Arcangelo Balsamo Martin Rechsteiner

redaktionot@tagblatt.ch

Die Gemeinde Goldach hat gestern erklärt, weshalb sie ab dem Frühjahr auf dem Areal des Oberstufenschulhauses Kameras installieren will: Nebst der Tatsache, dass immer wieder randaliert werde, nutzen auswärtige junge Erwachsene das Areal immer wieder widerrechtlich, stand in der Mitteilung. «Vieles deutet daraufhin, dass auch Drogen hier den Besitzer wechseln.»

Der Leiter des Hauswartdienstes der Gemeinde Goldach bestätigte unserer Zeitung, dass auf dem Areal schon Pulver und Pillen gefunden wurden und er nicht ausschliessen könne, dass besagte junge Erwachsene auch schon während der Schulzeit aufgetaucht seien. Es seien zu verschiedenen Zeiten verdächtige Fahrzeuge mit auswärtigen Autonummern beobachtet worden.

«Zwielichtige kommen höchstens nachts her»

Nun meldet sich Elmar Hürlimann, der Leiter des Oberstufenschulhauses Goldach, zu Wort. Er sagt, dass sich während der Unterrichtszeit keine Fremden auf dem Gelände aufgehalten hätten. «Wenn Lehr- und Aufsichtspersonen Leute sehen, die nicht auf das Gelände gehören, schicken sie diese konsequent weg», sagt er. Innert fünf Jahren habe er das erst einmal tun müssen, betont der Schulleiter. «Zwielichtige Gestalten kommen, wenn überhaupt, spätabends oder nachts auf das Areal.» Darauf habe die Schule keinen Einfluss und das habe mit dem Schulbetrieb und der Organisation nichts zu tun. «Der Betrieb läuft hier ohne Probleme und Zwischenfälle», sagt er. Eine Gefährdung der Schüler oder des Personals habe nie bestanden.

«Bei Vorfällen, insbesondere wenn ein Verdacht auf illegale Substanzen besteht, würden wir gleich die Polizei rufen», sagt Hürlimann. Da spiele es keine Rolle, ob es sich um Schüler oder um fremde Personen auf dem Gelände handle. «Solche Fälle gibt es aber höchst selten.» Der Schulleiter gibt zudem zu bedenken, dass die Schule keine Kontrolle darüber habe, was Schüler in ihrer Freizeit tun und konsumieren ¬ trotz der Prävention im Unterricht, die in der Oberstufe Goldach einen grossen Stellenwert habe. «Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass es in der Schule und während der Schulzeit zu keinen illegalen Vorkommnissen kommt.» Und diese nehme das Team sehr ernst. «Das erfolgt im Rahmen der Verhältnismässigkeit. Wir können und dürfen Schüler nicht kontrollieren oder durchsuchen.»

Auch auf anderen Schularealen gibt’s Probleme

Dass sich auf Schulhausarealen und hin und wieder Auswärtige aufhalten, wurde auch schon in anderen Gemeinden beobachtet. Ein Fall der Kantonspolizei St. Gallen aus dem vergangenen Jahr bei der Mehrzweckhalle Rorschacherberg zeigt, dass dabei Drogen im Spiel sein können (siehe Zweittext).

Dass es nebenan, auf dem Schulareal Steig, zu Vorfällen gekommen sei, sei ihm nicht bekannt, sagt Schulpräsident Markus Fässler. «Ganz ausschliessen kann man so etwas aber nicht. Wichtig ist, dass man die Augen offen hat und reagiert, wenn es zu Vorfällen kommt», sagt er. Deshalb seien regelmässig Patrouillen der Securitas unterwegs. «Natürlich zu verschiedenen Zeiten.» Auch in Thal werden die Schulplätze von Securitas-Patrouillen überwacht. «Ein Drogenproblem ist mir nicht bekannt», sagt Schulpräsidentin Miriam Salvisberg. «An Wochenenden kann es aber vorkommen, dass junge Erwachsene auf Schulhausarealen Alkohol konsumieren und danach die Flaschen kaputt machen und Abfall hinterlassen.» Deshalb mache sich auch die Gemeinde Thal Gedanken über Kameras. Prinzipiell sei man aber nicht dagegen, dass sich Jugendliche dort aufhielten.

Suspekte Autonummern

Im vergangenen Jahr meldete ein Mann aus Rorschacherberg der Kantonspolizei, dass vermehrt Autos mit Vorarlberger Autonummern auf dem Parkplatz bei der Mehrzweckhalle in Rorschacherberg anzutreffen seien. Die Mehrzweckhalle liegt in der Nähe des Oberstufenzentrums. Da dem Mann die Autos suspekt waren, meldete er dies der Polizei. Kapo-Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli bestätigt, dass bei der Kantonspolizei eine solche Meldung eingegangen ist. Im Rahmen eines grösseren Betäubungsmittelverfahrens seien auch die auffälligen Autos involviert gewesen, sagt Rezzoli. Der internationale Drogenring, der hinter den Machenschaften steckte, wurde mittlerweile ausgehoben (Ausgabe vom 28. Februar). Rezzoli sagt, dass der Polizei bekannt sei, dass sich Jugendliche gerne ausserhalb der Unterrichtszeiten auf den Schulplätzen aufhielten. Deshalb kontrolliere die Polizei diese auch regelmässig in der Nacht. Hauptproblem sei nicht Drogenhandel, sondern Littering. Wenn Drogen im Spiel sind, dann handle es sich meist um Cannabis, so Rezzoli. Ausserdem zeigten sich die meisten Jugendlichen einsichtig in den Gesprächen mit den Beamten und verliessen den Platz danach in sauberem Zustand. Die Zahl solcher Vorfälle sei seit Jahren auf gleichem Niveau. (arc)

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