Region nimmt 20 000 Tonnen ab

Innerhalb weniger Gehminuten laufen gleich drei grosse Abbrucharbeiten. Insgesamt müssen rund 20 000 Tonnen Material verbrannt oder recycelt werden. Deshalb trennen die Arbeiter die Materialien beim Demontieren penibel.

Christoph Renn
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Das Gebäude an der Seeheimstrasse ist ausgehöhlt. In vier Wochen soll alles entfernt sein. (Bilder: Christoph Renn)

Das Gebäude an der Seeheimstrasse ist ausgehöhlt. In vier Wochen soll alles entfernt sein. (Bilder: Christoph Renn)

RORSCHACH/GOLDACH. Das Gesicht der Region verändert sich stetig. «Faceliftings» gibt es auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Löwengarten, in der Ecke Feldmühle-/Wiesenstrasse im Südwesten Rorschachs und an der Seeheimstrasse in Goldach. Es entsteht Gewerbe- und Wohnraum. Und die Regatron AG erstellt einen Neubau. Bevor die neuen Gebäude jedoch das Erscheinungsbild der Region verändern, müssen die alten Mauern verschwinden. Momentan laufen bei allen drei Liegenschaften die Abbrucharbeiten, durchgeführt von Spezialfirmen der Region. Ein Abbruch wird bis ins Detail geplant, denn die Gebäude müssen in ihre Einzelbestandteile zerlegt werden. Das meiste Material wird wiederverwendet, als Brennstoff oder Baumaterial.

Holz geht nach Italien

Für den Rückbau auf dem ehemaligen Gelände der Brauerei Löwengarten und an der Seeheimstrasse ist die Firma A. Buschor AG aus Altstätten zuständig. «Vom Löwengarten-Gelände entfernen wir in etwa 9000 Tonnen Material», sagt Bauführer Sepp Fuchs. Das entspreche gut 800 Lastwagenfahrten. Bevor die Laster aber mit Material beladen werden und die Bagger ihre Arbeit aufnehmen konnten, sei viel Vorarbeit nötig gewesen. «Wir mussten das Gebäude sozusagen zurückbauen», sagt Fuchs. Zuerst wurden alle Materialen demontiert, welche die Arbeiter von Hand heraustragen konnten. Die Fenster wurden ausgebaut, die Möbel entfernt; bis das Gebäude im Rohbau stand. «Das dauerte rund drei Wochen.»

Nun folgen die weiteren Abbrucharbeiten. Auch jetzt muss vorsichtig vorgegangen werden. Denn die Materialien müssen sorgfältig getrennt werden. Die Ziegel kommen auf einen Haufen, das Holz auf einen anderen, und auch der Beton wird separat gelagert. Die meisten Materialien recycelt die Firma gleich selbst. Nur «das Holz wird geschreddert, und in Italien zu Pressplatten weiterverarbeitet», sagt Fuchs. Auch die Ziegel und der Beton werden so aufbereitet, dass die Materialien wieder verwendet werden können. Nur die Fenster haben endgültig ausgedient. «Die liefern wir in die Verbrennungsanlage nach Buchs oder Weinfelden.» Die Abbrucharbeiten beim Löwengarten dauern noch rund elf Wochen. Früher fertig ist die A. Buschor AG an der Seeheimstrasse in Goldach. «Dieser Abbruch dauert noch rund vier Wochen», sagt Fuchs.

Der Bauherr zahlt

Beim rund 300 000 Franken teuren Abbruch für das Regatron-Gebäude geht es wie geplant vorwärts. «Die erste Etappe beenden wir diese Woche», sagt Marcel Brunschwiler, Bauführer bei der für diese Abbrucharbeiten zuständigen Kurt Eberle AG mit Sitz im Thurgau und in Steinach. Die zweite Etappe beginnt am 17. Februar und dauert voraussichtlich bis Ende Monat. «Dann brechen wir die Bocciahalle ab.»

Die Kosten für die Abbrucharbeiten errechnen sich durch die anfallenden Kosten für Maschinen und der Zahl der Arbeitsstunden minus dem Material, welches dann der Abbruchfirma gehört. Daraus ergibt sich ein Pauschalbetrag. Diesen Pauschalbetrag zahlt der Bauherr. «Deshalb gleicht die Abbrucharbeit manchmal einer Lotterie», sagt Brunschwiler. Sie hätten aber Erfahrungswerte, auf die sie zurückgreifen können. Selbst bezahlen muss die Abbruchfirma auch das benötigte Wasser. Und diesen Rohstoff brauchen Abbruchfirmen zu Haufe. Denn um Staubentwicklung zu verhindern, muss gewässert werden. Deshalb ist die Kälte der härteste Gegner der Arbeiter. Denn gefriert eine Wasserleitung, muss der Abbruch gestoppt werden. «Ansonsten arbeiten wir bei fast jeder Witterung», sagt Sepp Fuchs. Egal ob bei Schneefall, Regen oder tropischen Temperaturen.

Auch der ehemaligen Brauerei Löwengarten geht es an den Kragen.

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Von den Häusern, die dem Regatron-Neubau weichen mussten, sieht man nichts mehr.

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