REGION: Ein Fahrdienst fürs Fürstenland

Täglich werden im Namen von Tixi Fürstenland behinderte und betagte Menschen an Arzttermine, an den Arbeitsplatz und zum Einkaufen gefahren. Die Nachfrage ist so gross, dass die Flotte erneut erweitert wird.

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Peter Vollmeier und Walter Müller vom Tixi-Dienst. (Bild: Angelina Donati)

Peter Vollmeier und Walter Müller vom Tixi-Dienst. (Bild: Angelina Donati)

Als Peter Vollmeier pensioniert wurde, freute er sich darauf, «einfach mal nichts zu tun». Doch schon nach einigen Monaten packte es ihn und er wollte gute Taten vollbringen. So kam er zur Freiwilligenorganisation Tixi Fürstenland. Dieser Fahrdienst befördert Behinderte und Betagte aus dem Raum Wil bis Gossau.

Mittlerweile ist Vollmeier Obmann des Dienstes. Zu seinen Aufgaben gehört es, Leute zu finden, die bereit sind, freiwillig zu fahren, sie auszubilden und zu betreuen. «An Interessierten fehlt es uns zum Glück nicht», sagt Vollmeier. Ein einziges Inserat in der «Wiler Zeitung» haben dem Obmann gleich zehn neue Fahrerinnen und Fahrer beschert. Ganz zur Freude des Tixi-Teams. Spürbar ist aber auch eine gewisse Erleichterung. «Die Nachfrage der Kunden für den Fahrdienst ist so gross, dass wir im August unser sechstes Fahrzeug anschaffen. Mehr Fahrzeuge bedingen auch mehr Fahrer», begründet Walter Müller, Flottenbetreuer. Im Sommer ist es ein 50-köpfiges Team, das behinderte und betagte Menschen im rollstuhlgängigen Auto zum gewünschten Ort fährt. Bei den Fahrern handelt es sich meist um Pensionierte. «Ihre Lebenserfahrung ist für den Umgang mit unseren Kunden äusserst wertvoll», sagt Vollmeier. Voraussetzung ist, dass sie körperlich genug fit sind, um einen Rollstuhl aus dem Auto zu hieven.

Verzögerungen ziehen Rattenschwanz mit sich

Derzeit sind rund 300 Stammkunden, die teils täglich von Zuhause ins Spital zur Dialyse, in die Schule, zum Einkaufen oder an den Bahnhof gefahren werden. Unvorhergesehene Situationen stellen das Tixi-Team immer wieder vor Herausforderungen. Zum Beispiel beim Arzt, wo der Patient nicht pünktlich behandelt wird und beim Eintreffen des Tixi-Fahrers immer noch im Wartezimmer sitzt: Verzögerungen können einen ganzen Rattenschwanz mit sich ziehen. Ohnehin aber würden die Kunden von den Fahrern bis in die Arztpraxis begleitet, womit gute Erfahrungen gemacht werden. «Diskretion und Vertraulichkeit sind wichtig.» Der enge Kontakt und die regelmässigen Fahrten schweissen Kunden und Fahrer zusammen. «Schnell bieten die einen das Du an und mit der Zeit kennt man sich», sagt Vollmeier. Genau diese Begegnungen sind es, die in seinen Augen diese Tätigkeit so wertvoll machen. «Die Kontakte sind schön. Nur selten gibt es einen ‹Südderi›», sagt er und schmunzelt. (ad)