REGION AM SEE: Hilfe für die Stimmenzähler

Drei Volksabstimmungen, eine kantonale Vorlage und obendrein Kommunalwahlen – der 25. September wir ein anstrengender Wahlsonntag für die Stimmenzähler. Deshalb bekommen sie Unterstützung.

Sandra Grünenfelder
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Eine Stimmenzählerin öffnet Stimmcouverts. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eine Stimmenzählerin öffnet Stimmcouverts. (Bild: Hanspeter Schiess)

REGION AM SEE. In weniger als zwei Wochen wird abgestimmt. Während die Stimmberechtigten wählen, heisst es für die Stimmenzähler hinter der Urne: kontrollieren, sortieren, zählen. Im Durchschnitt rechnen die Gemeinden mit drei bis vier Stunden bis zur Ergebnis-Ermittlung. Doch für umfangreiche Wahlen, wie am 25. September reicht die übliche Anzahl an fleissigen Helfern hinter der Urne nicht aus.

Denn neben drei eidgenössischen und einer kantonalen Vorlage, die zur Abstimmung gelangen, werden auch die Gemeindebehörden neu gewählt. Zudem findet eine Ersatzwahl für das Kreisrichteramt in Rorschach statt. Doch die Gemeinden sind für die Stimmzettel-Flut gewappnet. Sie haben ihre Anzahl Stimmenzähler aufgestockt.

Arbeit für Stimmenzähler verdoppelt sich

In Tübach arbeiten normalerweise vier Stimmenzähler. Für den Wahlsonntag hat die Gemeinde diese Zahl fast verdoppelt. «Für den 25. September haben wir zwei zusätzliche Helfer aufgeboten plus jemanden aus der Verwaltung», sagt Reto Schneider, Gemeinderatsschreiber in Tübach. Um so viel Mehrarbeit abzudecken, brauche es etwas mehr Personal und etwas mehr Zeit, erklärt er. Die Gemeinde Tübach hat deshalb entschieden, dass die Kontrolle der brieflichen Stimmabgaben vorgezogen und bereits am Freitag durch die Stimmenzähler erledigt wird. Dabei wird das Umschlags-Couvert geöffnet, um die Unterschrift auf dem Stimmausweis zu überprüfen. «Bis heute sind 121 Stimmcouverts eingetroffen», sagt Schneider. Gesamt seien in Tübach 933 Personen stimmberechtigt. Der Aufwand der Stimmenzähler basiere aber nicht nur auf der Anzahl Vorlagen, sondern auch auf der Art der Abstimmung, erklärt Schneider. «Eine Mehr-Kandidatenwahl ist natürlich aufwendiger als eine reine Sachvorlage mit Ja-Nein-Möglichkeit.» Das bestätigt auch Philipp Hengartner, der Gemeinderatsschreiber von Rorschacherberg. «Speziell die Gemeinderatswahlen sind zeitaufwendig», sagt er. Bei einer solchen Wahl müsse man jeden Stimmzettel einzeln in die Hand nehmen. Um diese Arbeit am 25. September zu stemmen, hat man in Rorschacherberg die Anzahl Helfer aufgestockt. Die Gemeinde hat einen Stimmenzähler-Stamm von rund 25 Personen. «Zwei Zähler arbeiten jeweils an einer <normalen> Vorlage, bei Wahlen helfen mehr», erklärt Hengartner. Auch in Goldach nimmt man diese Faustregel zur Hand. «Wir setzen die Stimmenzähler individuell ein, je nach Anzahl Vorlagen», sagt Richard Falk, Gemeinderatsschreiber in Goldach. In der Nachbargemeinde Rorschach zeigt sich dasselbe Bild. «Wir stellen für die Auszählung vier zusätzliche Hilfskräfte von der Verwaltung zur Verfügung», sagt Roger Böni, Stadtschreiber in Rorschach.

Werdegang eines Stimmenzählers

Doch wie wird man überhaupt Stimmenzähler? «Indem man in erster Linie Interesse dafür zeigt», erklärt Böni. Man soll Freude mitbringen, sonntags zu arbeiten und hinter der Urne zu stehen. «Dafür zahlen wir Stimmenzählern 35 Franken pro Stunde.» Gesamt arbeiten am kommenden Abstimmungssonntag sieben Stimmenzähler in Rorschach. Wenn einer der Sieben nach einer Amtsperiode zurücktritt, sucht die Gemeinde via Parteien und Medienmitteilung nach neuen Kandidaten, so Böni. «Interessenten können sich dann bei der Stadtkanzlei melden.» Schliesslich wählt der Stadtrat die Stimmenzähler für die nächste Amtsdauer. Eine Voraussetzung zum Zählen der Stimmen gibt es: Man muss Schweizer Bürger oder Bürgerin sein und das 18. Lebensjahr vollendet haben.