Reges Pfarreileben seit 200 Jahren

Muolen feiert das 200jährige Bestehen seiner Pfarrei. Zum Jubiläum wurde eine Broschüre herausgegeben und nächsten Sonntag findet ein Festgottesdienst mit gemeinsamem Essen und Nachmittagsunterhaltung statt.

Gisela Tobler
Merken
Drucken
Teilen
Anlässlich der Gesamtrenovation wurde auch das Geläut erweitert. Am 23. August 1964 fand die feierliche Glockenweihe im Beisein von Bischof Josephus Hasler statt. (Bild: pd)

Anlässlich der Gesamtrenovation wurde auch das Geläut erweitert. Am 23. August 1964 fand die feierliche Glockenweihe im Beisein von Bischof Josephus Hasler statt. (Bild: pd)

MUOLEN. Zu Maria-Verkündigung, am 25. März 1814, feierte die Pfarrei Muolen ihren ersten Gottesdienst. Das 200jährige Bestehen der Pfarrei nahm der Kirchenverwaltungsrat Muolen zum Anlass, für das Kirchenjahr 2014 ein würdiges Jubiläumsprogramm auf die Beine zu stellen. Höhepunkt wird der Festgottesdienst vom kommenden Sonntag sein (siehe Kasten); fast auf den Tag genau 200 Jahre nach dem Gründungsgottesdienst.

Eine Million Sterne

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wurde am 1. Adventsonntag vergangenen Jahres der Jubla-Adventsmarkt durchgeführt. Seither wehen bei der Kirche auch die drei Fahnen mit dem Logo «200 Jahre Pfarrei Muolen». Zwei Wochen später organisierte das Jugendliturgie-Team die Aktion «Eine Million Sterne». «Wir wollen unser Jubiläum nicht nur einfach feiern. Ebenso wichtig ist es für unsere Pfarrei zu zeigen, dass Glauben und Kirche leben auch heisst, jenen zu helfen, die im Leben nicht so viel Glück haben», betont Kirchenverwaltungsratspräsident Robert Gisler. «Aus diesem Grund werden wir das Jubiläumsjahr wiederum mit der Aktion <Eine Million Sterne> abschliessen.» Als weitere Aktivitäten stehen die Wallfahrt nach Schaan, der Suppentag sowie Kirchturm-Besichtigungen mit Einblicken in die Geschichte und den Schatz der Kirche auf dem Programm.

Beharrlichkeit und Ausdauer

Sehr gefällig ist auch die Broschüre, die zum Jubiläum herausgegeben wurde. Auf 24 Seiten gibt es interessante Informationen und zahlreiche Bilder zur Geschichte der St. Josephskirche und zum Pfarreileben. Wie aus der Chronik hervorgeht, wurde 1784 in Muolen, das damals noch zur Pfarrei Hagenwil gehörte, die erste Kapelle errichtet, dank edelmütigen Gönnern, grosser Opferbereitschaft und dem Entgegenkommen von Fürstabt Beda Angehrn vom Kloster St. Gallen, der Muolen wohlgesinnt war. Wiederum grosser Opfersinn sowie Beharrlichkeit und Ausdauer führten am 17. März 1814 nach langwierigen Verhandlungen schliesslich zur Abtrennung von Hagenwil.

Kirche im Wandel der Zeit

Die «enge Gerechtigkeit» der Kapelle behagte nicht mehr lange. Am 17. September wurde die neue Kirche St. Joseph feierlich eingeweiht, und dreissig Jahre später, unter der Führung von Pfarrer Jakob Germann, innen und aussen restauriert. In den 1960er-Jahren erhielt die Kirche nach einer Gesamtrenovation ein modernes Aussehen. Unter anderem schuf der Ostschweizer Künstler Walter Burger schöne neue Kirchenfenster, die in der Broschüre in einem eigenen Kapitel erläutert werden. Ausserdem wurde das Geläut von vier auf sechs Glocken vergrössert. In den Jahren 1998 und 1999 wurde der Innenraum neu gestaltet, der nun durch seine harmonische Einheit besticht und zum Nachdenken einlädt. Die letzte umfassende Aussenrenovation fand in den Jahren 2002/2003 statt.

Zum Wohl der Pfarrei

Das Gotteshaus ist nicht nur ein schönes Gebäude, sondern auch ein lebendiger Ort, wo sich die Pfarreimitglieder zur vielfältigen Gemeinschaft treffen. Zahlreiche Schnappschüsse zeigen, wie rege die Bevölkerung mit ihrer Pfarrei verbunden ist. Dazu gehört der Neujahrsapéro ebenso wie die festlich gestalteten Gottesdienste am Sonntag. Schöne Fotos gibt es auch von den Sternsingern, von der Erstkommunion, vom Chorsingen oder von der Jugendliturgiegruppe bei ihrer Mitgestaltung des Jugendkreuzweges und von der Fronleichnamsprozession, deren Tradition in Muolen hochgehalten wird. Ferner wird die Pfarrei auch durch Ausflüge, Wallfahrten und Vereinsanlässe belebt. «Das schafft Kontakte, fördert die Gemeinschaft und führt oft zu langjährigen Freundschaften», sagt Robert Gisler mit berechtigtem Stolz und betont: «Wir haben in der Pfarrei gute Leute, die sich sehr zum Wohl unserer Pfarrei engagieren.»