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RECYCLING: Mit Bussen gegen Abfallsünder

Immer wieder landen Plastikverpackungen in Sammelbehältern für PET-Flaschen. Wittenbach will dieser Entwicklung mit Bussen entgegentreten. Andere Sammelstellen setzen auf Sensibilisierung.
Noemi Heule
PET-Flaschen aus der Region werden von der Müller Recycling AG in Frauenfeld zu neuen Flaschen verarbeitet. (Bild: Reto Martin)

PET-Flaschen aus der Region werden von der Müller Recycling AG in Frauenfeld zu neuen Flaschen verarbeitet. (Bild: Reto Martin)

«Luft raus, Deckel drauf», mit diesem Spruch bewarb PET Schweiz jahrelang das Recycling der Plastikflaschen. So weit, so einfach. Zwar werden die Flaschen nun meist mustergültig zusammengedrückt, dennoch kämpfen die Sammelstellen mit einem neuen Problem: Nebst Getränkeflaschen landen immer wieder Verpackungen von Shampoos, Putzmittel, Salatsaucen oder Joghurt in den Recycling-Behältern. Auch sperrige Plastikverpackungen werden durch das Loch gestossen. PET hat deshalb eine neue Kampagne lanciert: «Nur PET-Getränkeflaschen dürfen in die PET-Sammlung», lautet der aktuelle Merksatz.

Auch die Gemeinde Wittenbach kennt das Problem. Immer wieder finden sich im Werkhof Plastikabfälle in den falschen Containern, wie es im Mitteilungsblatt «Puls» heisst. Die Gemeinde will den Abfallsündern mit Infotafeln begegnen – oder notfalls mit Bussen zu Leibe rücken. Plastik falsch zu entsorgen, kann 40 Franken kosten. Für grosse Mengen oder Wiederholungstäter sind auch höhere Beträge möglich, sagt Isabel Niedermann, Kommunikationsbeauftragte von Wittenbach.

PET ist nicht gleich PET

Geldstrafen seien jedoch zweitrangig, in erster Linie gehe es Wittenbach darum, die Leute zu sensibilisieren. Plastikverpackungen enthalten Fremdstoffe, die den Recyclingprozess stören können. Andere Verpackungen – etwa jene von Öl, Essig oder Putzmittel – sind zwar aus PET hergestellt, entsprechen jedoch nicht den lebensmittelhygienischen Kriterien. Sie tragen deshalb kein Recycling-Logo, wie es im «Puls» weiter heisst. Einige Grossver­teiler haben nebst einem PET-Container eigene Sammelbehälter für Plastikverpackungen aller Art.

«Viele Leute sind verunsichert», sagt Daniel Schnetzer von der Wertstoff-Sammlung Schnider AG in Engelburg. Auch er stellt fest, dass die Reinheit der PET-Sammlung abnimmt. Er vermutet Nachlässigkeit oder Nichtwissen hinter der Entwicklung. «Im Unterschied zu anderen Sammelstellen sind wir dafür eingerichtet, Fehlwürfe auszusortieren.» Dieser Aufwand soll jedoch durch klare Beschriftungen verringert werden. «Wir wollen der Weiterverarbeitung eine möglichst hohe Qualität zur Verfügung stellen», sagt er. Von Bussen sieht die Firma aber ab.

80 Prozent der Flaschen wiederverwertet

Rund 60 Tonnen PET sammeln sich allein in Engelburg jährlich an. Die Müller Recycling AG in Frauenfeld verarbeitet den Kunststoff weiter, sortiert ihn nach Farbe und Qualität und stellt daraus ein Granulat her. Aus 80 Prozent der PET-Flaschen entstehen so wiederum neue Flaschen. Dafür muss das Sammelgut jedoch fast vollständig rein sein. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit schreibt vor, dass der Reinheitsgrad der Sammlung bei 99,96 Prozent liegen muss, damit der Kreislauf geschlossen werden kann und aus altem PET wieder neue Flaschen entstehen.

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