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REAKTIONEN: "Wir beamten uns zu Tode": Empörung wegen Parkplatzaufhebung auf dem St.Galler Marktplatz

Die Stadt St.Gallen darf auf dem Marktplatz, dem Blumenmarkt sowie in der Engel- und der Metzgergasse insgesamt 51 Parkplätze ersatzlos aufheben. Bei Leserinnen und Lesern kommt der Entscheid nicht gut an. Viele zeigen Unverständnis.
Alexandra Pavlovic
Der St.Galler Stadtrat darf 51 Autoabstellplätze auf dem Marktplatz, dem Blumenmarkt sowie in der Engel- und Metzgergasse ersatzlos aufheben. Mit dem Entscheid sind viele jedoch nicht einverstanden. (Bild: BENJAMIN MANSER)

Der St.Galler Stadtrat darf 51 Autoabstellplätze auf dem Marktplatz, dem Blumenmarkt sowie in der Engel- und Metzgergasse ersatzlos aufheben. Mit dem Entscheid sind viele jedoch nicht einverstanden. (Bild: BENJAMIN MANSER)

Die Aufhebung der 51 Parkplätze im Zentrum der Stadt St.Gallen wirft hohe Wellen und wird von vielen Ostschweizerinnen und Ostschweizern heiss diskutiert. In den Sozialen Medien überschlagen sich die Kommentare: "Verdammte Sauerei sowas!", "Wirtschaftet unsere Stadt nur weiter in Grund und Boden" oder "Eine neue Begegnungszone - nur keiner geht mehr hin. Wir beamten uns zu Tode" - so lauten Aussagen einiger Facebook-User.

Viele zeigen Unverständnis und befürchten, dass die Stadt St.Gallen bald ausgestorben sein wird. Man müsse sich nicht wundern, wenn auf einmal alle auswärts nach Zürich, Konstanz, Voralberg oder Milano gingen. Leser Marc Wetzold geht noch einen Schritt weiter. Er müsse jetzt die Bank wechseln, der er seit 20 Jahren treu sei, schreibt er."Ich habe schon akzeptiert, dass man nur 30 Minuten parken kann, aber das geht zu weit! Ich liebe diese Stadt, bin hier geboren und aufgewachsen, aber genug ist genug."

Für Leser Raphael Hürzeler ist das Vorgehen "typisch St.Gallen" genauso wie die Aussage, in der Umgebung gebe es genug Parkmöglichkeiten. "Diese wenigen Parkplätze sind ja jetzt schon dauerbesetzt." Ausserdem würden der Stadt gemäss Statistik die Einwohner davonlaufen. Also: "Weiter so, dann reichen auch die Parkplätze! Kann man nur noch den Kopf schütteln", schreibt er auf Facebook.

User Marcel Baur jedoch widerspricht Hürzeler: "Das ist definitv falsch. In der Stadt gibt es immer genügend freie Parkplätze." Das möge ja sein, findet Hürzeler, aber nur alleine die Parkhäuser würden nicht reichen. "Man diskutiert ja auch über die Parkplätze vom Seeger her Richtung Bahnhof. Eine gute Entwicklung? Finde ich nicht." Dafür brauche man keine Statistik. Die Parkhäuser seien nicht zentral und am Bohl werde nicht gebaut. Die Stadt finde immer wieder neue Argumente. Zudem kritisiert Hürzeler, dass jede Strasse im Zentrum nach einer Sarnierung weniger Parkplätze hätte. "Was ist denn die Begründung, die für die Streichung so vieler oberirdischer Parkplätze spricht?"

Kritik auch gegen St.Galler Stadtbehörden

Nicht nur der Entscheid gibt zu Reden. Von einigen Lesern bekommen auch die St.Galler Behören ihr Fett weg. Leser Frank Huggler schreibt etwa: "Die Einfalt und Ignoranz der St.Galler Stadtbehörden ist wirklich zum Kotzen. Nach der Verschandelung des Bahnhofplatzes nun die definitive Vertreibung der Kunden und Gäste aus der Marktplatzgegend."

Leser Marco Rütsche ist sich sicher: "Bevor nicht der letzte kleine Laden geschlossen wurde und der letzte Kunde und Gewerbler vergrault, wird die Stadt wohl keine Ruhe geben. Es lebe die Arena, der Säntispark der Neumarkt und Co." Ihn als Landei müsse das nicht so interessieren, aber wache Städter sollen doch mal fragen, wie viele Kilofranken zum Beispiel der Säntispark jeden Monat an die Behörden fürs Parkhaus oder die Parkplätze abdrücke.

Für zwei Leser wirft die Parkplatzaufhebung weitere Fragen auf.Sie bemängeln nicht nur, dass es zu wenig Behindertenparkplätze gibt, sondern fragen sich auch, was mit diesen passiert.

"Ich verstehe den Unmut nicht"

Verständnis für die Aufhebung der Parkplätze haben die wenigsten. Elisa Hartmann aber schon: "Es gibt doch ausreichend Parkhäuser um die Innenstadt in vernünftiger Gehdistanz. Zack, rein ins Parking, raus aus dem Auto und schon ist man mittendrin." Marcel Bruderer pflichtet ihr bei und findet, dass es auch ziemlich viele Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants oder Bars ausserhalb der Stadt gebe. "Die Stadt ist ja so belebt." Andere machen es wie Leserin Annelies Burchia. Sie fahre in die Stadt sowieso nur mit den Öffentlichen Verkehsmitteln. "Aussteigen, loslädelen und vor der Heimkehr noch schnell schauen, wie spät es auf der binären Uhr ist."

Einige Leser finden ebenfalls, dass es das Auto nicht überall brauche. Gemäss Ans Duquesne geht es auch anders. Sie empfiehlt einen Blick ins Ausland, nach Utrecht (Niederlande) etwa.Da gebe es ein Parkhaus bei Autobahnausfahrten, ein Shuttlebus der ins Stadtzentrum fahre, ein Tagesticket für den öffentlichen Verkehr koste für vier Personen nur fünf Franken und das Spitalpersonal fahre gar gratis. "Wer muss denn noch mit dem Auto in die Stadt fahren, um Geld abzuheben?" Überall gebe es doch Bancomaten. Und kontaktlos bezahlen sei total easy und sicherer, als viel Bargeld im Portemonnaie zu besitzen.

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