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REAKTIONEN: «Viele Mütter sind permanent am Handy»

In der «Wunderbar» in Arbon gibt es ein Kinderwagenverbot. Die «Tagblatt online»-Leser haben verschiedene Meinungen dazu. Es gibt aber eine klare Mehrheit.

Die Wirtin der «Wunderbar» in Arbon hat ein Kinderwagenverbot erlassen. Dafür hat sie auf Social Media Zuspruch erhalten. Es schlug ihr aber auch heftige Kritik entgegen.

«Richtig reagiert! Kinder gehören nicht in eine Bar», schreibt Yannick Kniebs auf der Facebook-Seite von «Tagblatt online». Und auch Peter Anton Klaus kann die Entscheidung der «Wunderbar»-Wirtin, künftig Kinderwagen im Restaurant zu verbieten, nachvollziehen. «Ich sehe viele junge Mütter mit ihren Kindern, das Handy ist oftmals aber wichtiger als der Nachwuchs – ob auf dem Trottoir, Kinderspielplatz oder im Bad. Und wenn was passiert, sind alle anderen Schuld», sagt er.

Im Arboner Lokal können offenbar nicht nur die vielen Kinderwagen stören, auch der Lärmpegel scheint ein Problem zu sein. Ein Besucher geht tagsüber schon gar nicht mehr in die «Wunderbar», obwohl ihm das Konzept gefällt. «Der Lärm durch die Kleinkinder ist mitten am Tag oft so gross, dass ich mich dort nicht mehr wohlfühle», schreibt der «Tagblatt»-Leser.

Die Sache mit der Erziehung

Facebook-Kommentatorin Heidi Bolliger ist selber Mutter und zeigt ebenfalls Verständnis für die Geschäftsführerin. «Die ‹Wunderbar› hat ja kein Problem mit dem Besuch von Müttern und Kindern, sondern mit dem Benehmen.» Aber eben, das mit dem Erziehen sei halt so eine Sache. Vielfach lasse man die Kinder gewähren, schliesslich wollten auch sie ihre Erfahrungen machen. Wenn dann jemand reagiere, heisse es schnell einmal: «Da ist jemand kinder- und familienfeindlich.» Aus eigener Erfahrung wisse Bolliger, dass man mit Kindern elegant essen gehen könne. «Die Kinder müssen von Anfang an lernen, was es heisst, auswärts zu essen und wie sie sich benehmen müssen.»

Für Jeannine Hilber-Zbinden hingegen bringen strikte Verbote nur Ärger und Frust. «Willkommen im kinderunfreundlichen Land. Es braucht mehr Angebote für Mütter und Kinder», schreibt sie auf Facebook. Auch sie wolle einmal in einem schönen Café verweilen, daher sei eine individuelle Lösung wünschenswert. Generell findet sie: «Ein schlafendes Baby sollte sehr wohl mit Wagen rein dürfen. Bei einem Kleinkind, welches gut sitzen kann, darf der Kinderwagen auch einmal draussen bleiben.» Wie Hilber-Zbinden ist auch Manuela Bornhauser der Meinung, dass es heutzutage zu wenige Restaurants gibt, wo Kinder gerne gesehen sind. «Leider beobachtet man heutzutage aber immer öfter Mütter, die während des Besuchs permanent am Handy sind.» Sie selbst besuche aber ein Restaurant oder eine Bar mit der Absicht, Zeit ohne Kindergeschrei zu verbringen. «Ich verstehe also beide Seiten.»

In einer Umfrage von «Tagblatt Online» am Montag zeigten 80 Prozent der rund 1500 Teilnehmenden Verständnis für den Entscheid der Wirtin.

Alexandra Pavlovic

alexandra.pavlovic@tagblatt.ch

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