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REAKTIONEN: Längere Ladenöffnungszeiten in St.Gallen? "Völlig unnötig, voll daneben"

Der Wunsch der Detailhändler der Stadt St.Gallen, die Öffnungszeiten unter der Woche und am Samstag um eine Stunde zu verlängern, kommt nicht überall gut an. Dieses Angebot werde ohnehin nicht genutzt und schade nur den Arbeitnehmern, argumentieren Leserinnen und Leser.
Jonas Manser
Schild "Sorry we are closed" im Schaufenster (Bild: Urs Bucher)

Schild "Sorry we are closed" im Schaufenster (Bild: Urs Bucher)

Die städtischen Detailhändler wollen die Öffnungszeiten unter der Woche um eine Stunde verlängern. Dafür sollen die Läden beim Abendverkauf bereits um 20 Uhr schliessen. Bei den Lesern von "Tagblatt Online" gehen die Meinungen bezüglich der vorgeschlagenen künftigen Öffnungszeiten auseinander. Dies zeigt auch eine Umfrage auf unserem News-Portal. Rund die Hälfte der 659 Teilnehmer (Stand: früher Nachmittag 8. April) begrüssen eine Verlängerung um eine Stunde. Sie möchten nach der Arbeit noch die Möglichkeit haben, in der Stadt einzukaufen. Rund 45 Prozent erachten den Vorschlag der Detailhändler jedoch als "Blödsinn". Die Leidtragenden seien die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Den restlichen fünf Prozent ist das Ganze egal.

Keine Lösung des Problems

Auf Social Media ist der Grundton jedoch negativ. Kommentare wie "Nicht sinnvoll in St.Gallen und aus der Sicht des Verkaufspersonals keine Option" oder "völlig unnötig, voll daneben" stehen nicht allein.

"Manche Geschäfte müssen die Kunden bei Ladenschluss fast vertreiben", begründet Ralph Bleuer, Präsident der Vereinigung innerstädtischer Detailhändler "Pro City", die erwünschte Verlängerung der Öffnungszeiten. Doch "Tagblatt Online"-Leser Urs Meyer argumentiert, dass die Läden die gleichen Leute um 20 Uhr aus dem Geschäft werfen müssten. "Der Kundenstrom verschiebt sich nur um eine Stunde", meint auch Jonas Greber. Dem stimmt Sabine Keller mit ihrem Kommentar auf Facebook zu. Sie habe im Glattzentrum in Wallisellen jeden Tag bis um 20 Uhr gearbeitet. "Dieselben Kunden werden einfach später kommen. Wir mussten regelmässig Kunden trotz längerer Öffnungszeiten aus dem Geschäft geleiten."

Trotz überwiegend negativer Rückmeldungen auf den Social-Media-Plattformen des "St.Galler Tagblatts" gibt es einige, die für die verlängerte Öffnungszeiten sind. So meint Alfred Huber beispielsweise, dass es nicht allen Menschen möglich sei, tagsüber einzukaufen. Momentan sei es für viele nur mit guter Tagesplanung möglich, die Einkäufe am Feierabend noch erledigen zu können. Längere Ladenöffnungszeiten würden dies erleichtern. Marco Rütsche argumentiert, dass man sich am Kanton Thurgau und dessen längeren Öffnungszeiten orientieren könne: "Warum nur kommt mir bei St.Gallen einfach das Wort Bünzli in den Sinn? [...] Soll einer sagen, dass sie dies - trotz wenig bis keinem Umsatz - nach so vielen Jahren nur als Beschäftigungstherapie tun."

Die Illusion von mehr Umsatz

Das Argument von Ralph Bleuer, dass mit den längeren Öffnungszeiten mehr Umsatz generiert werden könne, scheint die Leser nicht zu überzeugen: "Auf keinen Fall! Längere Öffnungszeiten bedeuten nicht mehr Umsatz. Es verteilt sich einfach zeitlich", meint Patricia Gysel. Leserin Angela Walker stimmt ihr zu: "Es ist eine Illusion, dass plötzlich mehr Geld vorhanden sein soll, nur weil man die Läden länger öffnet." Ähnlich sieht es Jasmin Heeb, die selbst im Verkauf gearbeitet hatte. Sie habe miterlebt, wie die Leute sich noch im Laden umschauten, obwohl nur noch die Notbeleuchtung eingeschaltet war. "Den Leuten ist langweilig, also gehen sie shoppen." Gekauft werde allerdings nichts.

Rosmarie Winzeler-Lieberherr hebt hervor, dass in St.Gallen bereits zwei Mal über längere Ladenöffnungszeiten abgestimmt worden ist - erfolglos. Ruth Kind schreibt in ihrem Kommentar: "Längere Öffnungszeiten kennt man doch schon im Thurgau - sie werden nicht genutzt."

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