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RAUMPLANUNG: "Wir müssen zusammenrücken": Rund um die Stadt St.Gallen wird das Bauland knapp

In der Region zwischen Gossau und Rorschach gibt es im kantonalen Vergleich am wenigsten Siedlungsreserven. Am engsten ist es in Wittenbach, am meisten Luft gibt es in Berg. Die Stadt St.Gallen liegt auf dem drittletzten Rang in der Region.
Daniel Wirth
Wo früher "Löwengarten" gebraut wurde, entstehen in Rorschach 89 Wohnungen. (Bild: Benjamin Manser (10. April 2018))

Wo früher "Löwengarten" gebraut wurde, entstehen in Rorschach 89 Wohnungen. (Bild: Benjamin Manser (10. April 2018))

In der Region St.Gallen ist Bauland Mangelware, wie der Bericht «Raum+ St.Gallen» des Amts für Raumentwicklung und Geoinformation und des Amts für Wirtschaft und Arbeit zeigt. Im Kanton St.Gallen gibt es insgesamt 1422 Hektaren Siedlungsreserven. Der Bericht «Raum+ St.Gallen» stellt die Siedlungsreserven in einen Kontext mit den Einwohnern und den Beschäftigten, den sogenannten Raumnutzern, in den einzelnen Regionen und Gemeinden.

Mit sechs Quadratmetern Gesamtsiedlungsreserve pro Raumnutzer ist es in der Region zwischen Gossau und Rorschach in der Gemeinde Wittenbach am engsten. Gemeindepräsident Fredi Widmer kann ein Lied singen vom Bauland, das knapp ist – sowohl in den Wohnzonen als auch in der Arbeitszone. Drei in Wittenbach ansässige Unternehmen hätten bei ihm angeklopft und ihn wissen lassen, dass sie expandieren wollen. «Das ist nicht einfach», sagt Fredi Widmer. «Wir müssen zuerst Bauland einzonen, damit wir die Wünsche der Unternehmen erfüllen können.» Ein Teilzonenplan untersteht dem obligatorischen Referendum, das heisst, das Verfahren für eine Einzonung braucht einige Zeit und es können Einsprachen dagegen gemacht werden.

Wie auch in anderen Gemeinden wird in Wittenbach gegenwärtig ein Innenentwicklungskonzept erarbeitet. Der Entwurf stehe, sagt Widmer. Und kommentiert die knappen Siedlungsreserven so: «Wir müssen zusammenrücken.»

In Berg wird gerade gross gebaut

Im Verhältnis zu den Einwohnern und den Beschäftigten ist die Gesamtsiedlungsreserve in der Gemeinde Berg mit 33,9 Quadratmetern mehr als fünfmal so gross wie in Wittenbach. Diese jüngsten Zahlen des Amts für Raumentwicklung und Geoinformation stammen aus dem Jahr 2017. Vor Wochenfrist wurde in Berg mit der Erschliessung der Dorfwiese begonnen. Im Winter soll mit dem Bau von sieben Mehrfamilienhäusern und zehn Ein- und Zweifamilienhäusern begonnen werden.

Bereits bezugsbereit ist ein erster Teil der Überbauung Mattenhof; die Bauherrschaft ist die gleiche wie auf der Dorfwiese. Die Gemeinde Berg zählt gegenwärtig rund 850 Seelen. Die beiden Überbauungen bringen Berg rund 230 neue Einwohner - das Dorf über dem Bodensee wächst um mehr als ein Viertel. Wegen der regen Bautätigkeit im Dorf relativiert Gemeindepräsident Sandro Parissenti die 30 Quadratmeter Siedlungsreserve pro Raumnutzer: «Wenn die Dorfwiese überbaut sein wird, haben wir kaum noch Bauland», sagt er. In Berg sei in den vergangenen Jahren kaum etwas geschehen beim Wohnungsbau, sagt Parissenti. Jetzt gehe es Schlag auf Schlag. Einem Kredit über 6,4 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses haben die Berger vor einem Jahr zugestimmt.

Die Bevölkerung wächst, das Bauland wird nicht mehr

In der Stadt St.Gallen beträgt die Gesamtsiedlungsreserve 8,7 Quadratmeter pro Einwohner und Beschäftigten. Nur Wittenbach und Untereggen haben weniger Reserven. Das überrascht nicht. Nicht wenige St.Gallerinnen und St.Galler ziehen in eine Agglomerationsgemeinde, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Mörschwil (23,4 Quadratmeter pro Raumnutzer), zum Beispiel, oder Rorschacherberg (23,6 Quadratmeter) haben im regionalen Vergleich ein Vielfaches mehr Baulandreserven als die Stadt St.Gallen. Der Stadtrat und die Direktion Planung und Bau sind sich dessen bewusst. Aus diesem Grund wird gegenwärtig eine Wohnraumstrategie erarbeitet, um dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken.

Während in Landgemeinden zum Teil auf der grünen Wiese gebaut werden kann, ist das in den Städten St.Gallen und Rorschach unmöglich. Rorschach ist mit einer Fläche von gerade einmal 1,77 Quadratkilometern und Seeanstoss gar nicht in der Lage, an seiner Peripherie zu bauen. Trotzdem fahren in Rorschach Bagger auf: Dort, wo einst die Brauerei Löwengarten Bier herstellte, entsteht gegenwärtig eine Überbauung mit knapp 90 Wohneinheiten und einer Gewerbefläche von über 2500 Quadratmetern.

Beat Louis, Raumbeobachter beim Amt für Raumentwicklung und Geoinformation und Co-Autor des Berichts «Raum+ St.Gallen», sagt, derzeit könne das Bevölkerungswachstum aufgefangen werden, aber in 15 Jahren seien die Siedlungsreserven bei einem geschätzten Bevölkerungswachstum von 20000 Menschen in der Region aufgebraucht.

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