Raumplanung überschreitet Grenzen

St. Gallen, Glarus und Schwyz haben die Linthebene als gemeinsamen Gestaltungsraum entdeckt – der Schutz der Ebene gilt als gemeinsames Ziel. Für das Vorhaben hat der Bund die Anpassungen im st. gallischen Richtplan nun genehmigt.

Markus Wehrli
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St. Gallen. Das Raumkonzept des Bundes wünscht ausdrücklich, dass die Kantone in der Entwicklung ihrer Richtpläne zusammenarbeiten – eine Forderung, die in Bezug auf die Linthebene bereits umgesetzt ist: In die aktuellen Anpassungen des st. gallischen Richtplanes sind die gemeinsamen Erwägungen der Kantone St. Gallen, Glarus und Schwyz eingeflossen.

Ziel sei gewesen, die Linthebene über Hochwasserschutz und Landwirtschaft hinaus als einen gemeinsamen Erholungs- und Naturraum zu betrachten – und hieraus die Konsequenzen für die Richtplanung zu erarbeiten, sagt Willi Hangartner, Leiter kantonale Planung im Amt für Raumentwicklung und Geoinformation.

Keine Neueinzonungen mehr

Um die Linthebene als Erholungsraum zu schützen und zu gestalten, sind vor allem Massnahmen zur Siedlungsbegrenzung festgelegt worden.

Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat diese Anpassungen genehmigt. Die Begrenzungen sind für die Behörden verbindlich – weitere Neueinzonungen in die Ebene soll es nicht geben.

Auch wenn interkantonale Kooperation in der Raumentwicklung gefordert wird, ganz neu ist sie nicht.

Hangartner weist etwa auf die Gestaltung des Alpenrheins hin, für welche sich seit längerem eine internationale Regierungskommission gebildet hat. Im Falle der Linthebene sind derzeit auch kantonsübergreifende Abklärungen im Gang, wo aus übergeordneter Sicht im Raum zwischen Uznach, Schänis und Mollis geeignete Standorte für Fachmärkte und Einkaufszentren sein könnten.

«Dazu gehört auch die Klärung der Frage, ob Gemeinden beim Verzicht auf den eigenen Standort nicht zu stark benachteiligt werden und wie ein Ausgleich aussehen könnte», sagt Hangartner. Bis Ende 2011 sollen Resultate vorliegen. Ebenfalls in die Anpassungen des st. gallischen Richtplanes eingeflossen sind zwei neue wirtschaftliche Schwerpunktgebiete in Grabs und in Balgach. Sie sollen zusammen mit der kantonalen Wirtschaftsförderung aufgewertet werden.

Kehrichtregime fixiert

Neu wird schliesslich die bisher vorläufige Zuordnung der Gemeinden zu den einzelnen Kehrichtverbrennungsanlagen als definitiv festgeschrieben.

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