RAUMNUTZUNG: Neues Leben fürs Tschudiwies

Im Schulhaus Tschudiwies soll bald wieder Leben einkehren. Der Stadtrat bekennt sich zur Zwischennutzung der Räume. Wer einzieht, steht aber noch nicht fest.

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Seit dem letzten Schultag im Juli steht das «Tschudiwies» leer. In den kommenden Monaten soll sich das ändern. (Bild: Urs Bucher (7. Juli 2017))

Seit dem letzten Schultag im Juli steht das «Tschudiwies» leer. In den kommenden Monaten soll sich das ändern. (Bild: Urs Bucher (7. Juli 2017))

Seit über vier Monaten steht das ehemalige Schulhaus Tschudiwies leer. Geht es nach Stadt und Quartier, werden die Räume im Schulhaus sobald wie möglich wieder belebt. Um Ideen für die Anschlussnutzung zu sammeln, lud die Stadt Ende Juni alle Quartierbewohner zum Workshop ein. Am Donnerstagabend präsentierte Baudirektorin Maria Pappa nun gemeinsam mit dem Quartierbeauftragen Peter Bischof erste Ergebnisse des partizipativen Prozesses.

Der Stadtrat bekennt sich zur angestrebten Zwischennutzung der Räume. «Wir haben verschiedene Kriterien erstellt, welche der Nutzungsmix erfüllen muss», sagte Bischof vor rund 40 Interessierten. Einerseits müssten mindestens drei Angebote öffentlich zugänglich sein. Zudem dürfen die Angebote keine übermässige kommerzielle Absicht verfolgen und drittens dürfen keine baulichen Anpassungen vorgenommen werden.

«Wir wollen uns bewusst die Option offenhalten, das Gebäude dereinst wieder als Schulhaus nutzen zu können, falls die Schülerzahlen wieder steigen», sagte Bischof. Der Mieterspiegel soll zudem gewährleisten, dass es sowohl am Tag als auch am Abend ein Angebot gebe. Ein Raum ist explizit für das Quartier reserviert – als Treffpunkt, Café oder für andere Veranstaltungen. Viele Kriterien also, die es zu berücksichtigen gibt. «Es ist ein wenig wie Puzzlespielen», sagte Maria Pappa. Beim Amt für Gesellschaftsfragen seien zahlreiche Anfragen von verschiedenen Interessenten eingegangen. Nun gehe es darum, auf Begehungen gemeinsam mit dem Hochbauamt zu klären, ob und wie die Räume genutzt und aufgeteilt werden können.

Im Frühling sollen erste Mieter einziehen

Läuft alles nach Plan, ziehen die ersten Mieter bereits im Frühling 2018 ein. Bis Sommer sollten dann alle 15 Räume mit einer Gesamtfläche von rund 1000 Quadratmetern voll belegt sein. Erst dann legen die Verantwortlichen das Augenmerk wieder auf die Aussenraumgestaltung. «Zuerst wollen wir klären, wer die Räume nutzt.» In der Fragerunde äusserten die Quartierbewohner neben Lob auch einige Bedenken. Ingrid Jacober, Vizepräsidentin des Quartiervereins, brachte Vorbehalte bezüglich der Bewirtschaftung des Quartierraums an: «Ohne die Schaffung einer Stelle befürchte ich, dass diese Aufgabe das Ehrenamt sprengen wird.» SP-Stadtparlamentarier Peter Olibet schlug ähnliche Töne an. «Die Planung sieht so aus, als würde die Stadt möglichst wenig ausgeben und möglichst viel verdienen wollen», sagte er. «So tickt der Stadtrat im Moment nun einmal.» Die Schaffung einer neuen Stelle, welche die Nutzungen vor Ort koordiniere und als Ansprechperson für die Mieterinnen und Mieter fungiere, sei prüfenswert.

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch