Rasche Stadtentwicklung an den Gleisen

Die SP der Stadt St. Gallen hat einstimmig eine Ja-Parole zur Güterbahnhof-Initiative beschlossen. Das Volksbegehren will einen Autobahnanschluss im alten Güterbahnhof verhindern. Die städtischen Stimmberechtigten entscheiden am 28. Februar darüber.

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Auch die Basis der Stadtsanktgaller SP steht hinter der von ihrer Partei mitlancierten städtischen Volksinitiative gegen einen Autobahnanschluss im alten Güterbahnhof. Die Mitgliederversammlung hat jetzt eine einstimmige Ja-Parole zu dieser Vorlage beschlossen. Ihre Annahme würde den Stadtrat verpflichten, sich gegen die unterirdische Entlastungsstrasse von der Stadtautobahn zum Güterbahnhof und weiter in die Liebegg zu wehren.

Brache jetzt entwickeln

Bei einem Nein zum Volksbegehren drohe das Areal des Güterbahnhofs mindestens für die nächsten 30 Jahre brach zu liegen, repetierte SP-Vizepräsidentin Evelyne Angehrn an der Parteiversammlung die Hauptargumente der Befürworter der Initiative. Auch wenn das von Bund, Kanton und Stadt favorisierte Projekt hier einen unterirdischen Anschluss vorsehe, dürfe man nicht vergessen, dass die Autos nicht unter der Erde blieben, sondern irgendwo in den umliegenden Quartieren wieder an die Oberfläche kommen müssten und dort Mehrverkehr generierten. Liebegg-Tunnel und Teilspange sähen bei der Autobahn nur eine Verbindung Richtung Zürich vor. Dorthin gingen und dorther kämen aber nur gerade einmal elf Prozent des Gesamtverkehrs. Der restliche Verkehr komme künftig im Güterbahnhof an die Oberfläche, sagte Evelyne Angehrn.

Finanzierung nicht gesichert

Auch die Finanzierung des Vorhabens ist gemäss der SP-Vizepräsidentin noch nicht wirklich gesichert. Rund eine Milliarde Franken werde das Projekt letztlich wohl kosten. In Zeiten knapper öffentlicher Finanzen sei da die Gefahr gross, dass als Sparmassnahme dann doch noch eine günstigere Variante, etwa ein oberirdischer Autobahnanschluss im Güterbahnhof, entstehen könnte.

Mit einem Ja zur Güterbahnhof-Initiative können die Stimmberechtigten gemäss Evelyne Angehrn sicherstellen, «dass es an diesem Ort keinen Autobahnanschluss in irgendeiner Form gibt und dass wir das Areal jetzt weiterentwickeln können.»

Rosenberg-Röhre nicht tangiert

Das Teilspangen-Projekt verstösst nach Meinung der SP gegen das Reglement für nachhaltige Verkehrsentwicklung. Die Entlastungswirkung des Tunnels werde zudem nicht lange anhalten. Das Appenzellerland werde mit der Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen besser mit dem öV erschlossen. Angesichts dessen mache der Liebegg-Tunnel wenig Sinn. Dieser konkurrenziere die Engpassbeseitigung auf der Stadtautobahn. Die dritte Röhre durch den Rosenberg sei ohne Teilspange möglich. Das habe der Bund ursprünglich so geplant. Und, so hält die SP-Mitteilung fest, die Güterbahnhof-Initiative beziehe sich auf den Autobahnanschluss im Areal des Güterbahnhofs. (pd/vre)

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