Raiffeisen schliesst Geschäftsstellen in Rorschacherberg und Thal

RORSCHACH. Was sich abgezeichnet hat, wurde gestern von Geschäftsleiter André Eberhard bestätigt. Die Raiffeisenbank schliesst Ende Jahr ihre Geschäftsstellen in Thal und Rorschacherberg. Als Grund nennt er die mangelnde Nachfrage.

Rudolf Hirtl
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Informierten gestern über die Schliessung der Geschäftsstellen in Rorschacherberg und Thal: André Eberhard (rechts) und Rudolf Dudler. (Bild: Rudolf Hirtl)

Informierten gestern über die Schliessung der Geschäftsstellen in Rorschacherberg und Thal: André Eberhard (rechts) und Rudolf Dudler. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Raiffeisenbank Rorschacherberg-Thal habe angesichts der Entwicklungen im Umfeld und der sich ändernden Kundenbedürfnisse die Geschäftsstellen-Strategie neu definiert. Mit dem Ergebnis, dass die Geschäftsstellen Rorschacherberg und Thal aufgrund mangelnder Nachfrage geschlossen werden. Nüchtern und korrekt, wie es von einer seriösen Bank zu erwarten ist, informierte Geschäftsleiter André Eberhard gestern über die für Thal und Rorschacherberg wenig erfreuliche Entwicklung. Vermutungen, der nun verkündete Entscheid sei bereits während der Planung des mittlerweile eröffneten Neubaus in Rorschach gefallen, weist er zurück. «Die Schliessung der beiden Geschäftsstellen ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben uns während eineinhalb Jahren intensiv mit der Problematik befasst, ehe wir den Beschluss nun gefasst haben.»

Kein leichtfertiger Beschluss

Und was ist seit dem Spatenstich in Rorschach anders geworden? Im Mai 2011 hatte der Geschäftsleiter einer Schliessung von Geschäftsstellen noch vehement widersprochen. «Damals hatten wir eine ganz andere Ausgangslage. Erst im Rahmen der strategischen Überlegungen in den vergangenen Monaten haben wir festgestellt, dass es logisch wäre, die Kräfte in Rorschach zu bündeln», sagt Eberhard und verweist darauf, dass der definitive Entscheid ja sehr jung und erst in der zweiten Hälfte Februar gefallen sei.

Keine Entlassungen

Auch Verwaltungsratspräsident Rudolf Dudler versichert, dass der Schliessungsentscheid entgegen vorgefassten Meinungen erst dieses Jahr gefällt wurde. Der Verwaltungsrat sei sich zudem seiner sozialen Verantwortung bewusst und habe einstimmig beschlossen, dass mit den Schliessungen keine Entlassungen verbunden sein dürfen. In Rorschacherberg arbeiten aktuell drei, in Thal zwei Personen für Raiffeisen. «Es ist genug Arbeit vorhanden, wir können diese Personen mühelos in Rorschach beschäftigen», so Dudler.

Weniger Kunden am Schalter

Die Schliessung der Geschäftsstellen ist laut André Eberhard in erster Linie dadurch begründet, dass die Nutzung in Rorschacherberg und in Thal laufend abnimmt. In Zahlen ausgedrückt: Gegen 50 Prozent der Kunden sind nie persönlich am Bankschalter, sondern erledigen ihre Bankgeschäfte mit E-Banking; 15 Prozent nutzen einmal pro Jahr den Service am Schalter, und nur 13 Prozent nehmen die Schalterdienste mehr als zehnmal im Jahr in Anspruch. Wo nötig, will Raiffeisen die Kundschaft in der Zeit bis zur Schliessung Ende Jahr beraten und an den elektronischen Service heranführen.

Bancomaten bleiben erhalten

Die Bancomaten in Rorschacherberg und in Thal werden weiterbetrieben. Laut Eberhard voraussichtlich an den bisherigen Standorten. Um keine Hoffnungen aufkommen zu lassen, macht Dudler klar: «Der Entscheid über die Schliessung der Geschäftsstellen obliegt gemäss Statuten einzig dem Verwaltungsrat und kann von den Genossenschaftern an der GV nicht umgestossen werden.» Die können am 3. Mai dennoch abstimmen, nämlich über die Namensänderung in Raiffeisenbank Rorschach.

Die Geschäftsstellen der Raiffeisenbank in Rorschacherberg (links) und Thal werden Ende dieses Jahres geschlossen. (Bilder: Samuel Rothenfluh)

Die Geschäftsstellen der Raiffeisenbank in Rorschacherberg (links) und Thal werden Ende dieses Jahres geschlossen. (Bilder: Samuel Rothenfluh)