Qualität des Alltäglichen sichern

Die Architektur-Fachverbände SIA und BSA wollen die Zusammensetzung der Baubewilligungskommission nicht ändern. Sie fordern weiterhin vier Architekten.

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Am Montag endet die Auflagefrist für einen zumindest in Architekturkreisen sehr umstrittenen Nachtrag zur Bauordnung. Vorgestern hatten sich fünf Mitglieder der Baubewilligungskommission höchstpersönlich zu Wort gemeldet (Tagblatt vom Freitag) und massiv Kritik namentlich an der angedachten neuen Zusammensetzung des Gremiums geübt. Vorgesehen ist die Berücksichtigung nur mehr eines Architekten, heute haben bei fünf Mitgliedern deren vier in der Kommission Einsitz. Ebenso soll der sogenannte Sachverständigenrat, bestehend aus drei Fachleuten in Städtebau und Architektur, fest in der Bauordnung verankert werden.

«So war's nicht gedacht»

Auch bei den regionalen Sektionen der Architektur-Fachverbände SIA und BSA kommen die Neuerungen schlecht an, wie sie in einer Medienmitteilung schreiben. Sie hatten sich bereits gegen eine erste Fassung des Nachtrags gewehrt, die eine Reduktion der Baubewilligungskommission auf drei Personen vorsah und letztlich auch im Stadtparlament scheiterte. Aber der zweite Wurf mag die Fachverbände nun ebenso wenig zu überzeugen. Unmissverständlich halten sie in ihrem Schreiben fest: «So war's nicht gedacht.»

Weichen richtig stellen

Einleitend erklären SIA und BSA ihr Engagement. Die Anpassung der städtischen Bauordnung sei nämlich «eine wichtige Weichenstellung, weil sie die Qualitätssicherungsprozesse für das Bauen in der Stadt festlegt».

Gegen die gesetzliche Verankerung des Sachverständigenrats in der Bauordnung haben die Architektur-Fachverbände nichts einzuwenden. Dieser sei der «Echoraum von aussen», der die Baudirektion sowie die Baubewilligungskommission in wichtigen Fragen unterstütze. Angeregt wird gar der vermehrte Beizug des Gremiums in zentralen Themen der Stadtentwicklung.

Weniger versöhnlich seitens von SIA und BSA tönt es punkto künftiger Zusammensetzung der Baubewilligungskommission. Die Reduktion auf einen Architekten sei schlicht «unakzeptabel». Es sei «kontraproduktiv», wenn die Kommission zu bautechnisch werde. In einem Baubewilligungsverfahren gehe es darum, auf Basis der gesetzlichen Grundlagen die fachliche Qualität von Architektur und Bauplanung zu beurteilen. Dazu brauche es unabhängige Architekten, die im professionellen Dialog eine angemessene Beurteilung abgäben.

Unabhängig beurteilen

Dem Stadtparlament – nach Bereinigung allfälliger Einsprachen muss der Stadtrat eine neue Vorlage ausarbeiten – empfehlen die Architektenverbände «eindringlich», den Nachtrag zur Bauordnung neuerlich abzuweisen. Zur Sicherung der «Qualität des Alltäglichen», so endet die Medienmitteilung, sei die Baubewilligungskommission in ihrer aktuellen Besetzung zu belassen. Nur so sei «Unabhängigkeit und Kontinuität» im Bewilligungsverfahren garantiert. (pd/an.)

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