Pyro in Lokal gezündet

Ein Mann hat im Ausgangslokal BBC in Gossau eine Handlichtfackel gezündet. Der Blödsinn kommt ihn teuer zu stehen. Er hat nun eine Vorstrafe und muss knapp 6000 Franken zahlen.

Claudia Schmid
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Ein Mann hat im BBC eine über 1000 Grad heisse Fackel gezündet. (Bild: Chantal Geiger)

Ein Mann hat im BBC eine über 1000 Grad heisse Fackel gezündet. (Bild: Chantal Geiger)

Er sei am 3. März an einem Auswärts-Fussballspiel des FC St. Gallen gewesen und habe während des ganzen Tages viel Alkohol getrunken, erzählte der 19jährige Schweizer vor dem Kreisgericht St. Gallen. Im Extrazug zurück in die Ostschweiz sei ihm das Bier ausgegangen, weshalb er sich in den Waggons auf die Suche nach halbleeren Flaschen gemacht habe. In einem Abteil fand er den pyrotechnischen Gegenstand.

Auf Boden gefallen

Spät in der Nacht begab sich der Beschuldigte ins Ausgangslokal BBC in Gossau. Dort zündete er die Fackel mitten in der Gästeschar und liess sie fallen. Der Holzboden wurde angesengt. Er könne nicht sagen, weshalb er dies gemacht habe. Es sei ein Blödsinn gewesen. Erst im nachhinein sei im bewusst geworden, dass die Gäste im Lokal in Panik geraten könnten oder die Gefahr eines grösseren Feuers bestanden habe. Laut seinen Aussagen liess er die Handlichtfackel fallen, weil er erschrocken war. Er habe zwar in der Fankurve schon brennende Pyros aus der Nähe gesehen, doch sei ihm erst beim Zünden klar geworden, wie heiss diese würden. Der Beschuldigte erklärte weiter, er trinke seit eineinhalb Monaten keinen Alkohol mehr, weil er sich in betrunkenem Zustand nicht mehr unter Kontrolle habe.

Die Staatsanwaltschaft klagte den jungen Mann wegen versuchter Brandstiftung und Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz an. Sie forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren und eine Busse von 2000 Franken. Die Gefahr für die Leute im Lokal sei gross gewesen, betonte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Die Aussage des Beschuldigten, er habe nicht gewusst, wie heiss gezündete Pyros werden könnten, sei eine Schutzbehauptung. Seit der öffentlichen Diskussion um die Gefahr von pyrotechnischen Gegenständen in Fussballstadien wisse fast jedes Kind, dass eine Handlichtfackel über 1000 Grad heiss werde. Die Verteidigerin sah den Vorwurf der versuchten Brandstiftung nicht gegeben. Sie beantragte, ihr Mandant sei wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz mit einer Busse zu bestrafen. Man könne nicht einfach davon ausgehen, dass die Fackel tatsächlich auch einen unkontrollierbaren Brand hätte auslösen können. Es sei auch nicht eindeutig erwiesen, dass es sich tatsächlich um einen pyrotechnischen Gegenstand im Sinne des Sprengstoffgesetzes handle. Der Beschuldigte sei zur Tatzeit stark alkoholisiert gewesen.

Bedingte Freiheitsstrafe

Das Kreisgericht folgte grossmehrheitlich der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Das Strafmass legte es jedoch tiefer fest. Es verurteilte den jungen Mann schliesslich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von 1000 Franken. Zudem muss er die Verfahrenskosten von rund 5000 Franken bezahlen. Strafmildernd wirke sich aus, dass der Beweggrund wohl tatsächlich jugendlicher Leichtsinn gewesen sei. Zudem habe er die Tat schnell bereut und sich bei den BBC-Verantwortlichen entschuldigt.

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