Pure Lebensfreude im Park

Die Wildtiere im Tierpark Peter und Paul fühlen sich auch im Schnee wohl. Dieses Jahr gibt es bei fast allen Gattungen Nachwuchs. Mit dem Bau des neuen Geheges für die beiden neuen Luchse wird demnächst begonnen.

Kathrin Reimann
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Der Rothirsch stolziert mit seinen Damen durch den Park. Die Kälte beeindruckt die Tiere nicht, durch den Schnee laufen sie aber nicht gerne und bleiben auf ihren Trampelpfaden. (Bilder: Urs Bucher)

Der Rothirsch stolziert mit seinen Damen durch den Park. Die Kälte beeindruckt die Tiere nicht, durch den Schnee laufen sie aber nicht gerne und bleiben auf ihren Trampelpfaden. (Bilder: Urs Bucher)

Mal frühlingshaft warm, dann wieder bitterkaltes Winterwetter – während uns Menschen die Wetterkapriolen der vergangenen Wochen zusetzen, blühen einige Tiere im Wildpark Peter und Paul damit erst richtig auf. «Das Steinwild zeigt grosse Freude am Schnee. Die Tiere waren so damit beschäftigt, darin herumzuspringen, dass sie sogar ihr Futter vergassen», sagt Parkwärter Walter Signer. Und als die Sonne schien, hätten sie sich wohlig gesonnt. «Unsere Tiere reagieren mit purer Lebensfreude auf das Wetter», sagt Regula Signer.

Nachwuchs bei fast allen

Das Parkwärter-Ehepaar kümmert sich in dieser Funktion seit 18 Jahren um das Wohl der Tiere auf dem östlichen Rosenberg. 86 Wildtiere sind es insgesamt, davon sind neun Rothirsche, 25 Damhirsche, 15 Sikahirsche, sechs Gemsen, 15 Stück Steinwild, zwei Wildschweine, ein Luchs, elf Murmeli und zwei Wildkatzen. Und bald werden es mehr. Ausser beim Luchs und bei den Wildkatzen wird im Mai oder Juni bei allen Tieren mit Nachwuchs gerechnet. «Bei den Wildschweinen sind wir auch nicht sicher, ob es Junge gibt. Die sind selber noch sehr jung», erklärt Regula Signer. Bei den Wildkatzen habe man das Männchen sterilisieren lassen, und der altersschwache Luchs wird demnächst eingeschläfert und durch ein neues Luchspaar ersetzt. Grund dafür ist der Umbau des Luchsgeheges, der im Frühjahr beginnen soll. Der Luchs, der seine Lebensfreude verloren habe, hätte umgesiedelt werden müssen, dies wollte man dem greisen und kauzigen Tier ersparen (Tagblatt vom 16. Dezember 2014). «Für uns ist das auch kein einfacher Schritt, aber der Tod gehört in unserem Metier halt auch dazu», sagt Walter Signer.

Mit dem Umbau soll sich für die neuen Luchse dann einiges verbessern. So wird etwa ein Biotop angelegt. «Dieses bietet den Tieren neue Reize.» Zudem ist geplant, die Luchshütte umzubauen, so dass zwei Boxen mit integriertem Schiebersystem und Fanganlage entstehen. Neben der Luchshütte sind ein Abtrenn- und ein Vorgehege geplant. Diese bieten mehr Möglichkeiten für den Fang der scheuen Wildkatzen, die Separierung von trächtigen Muttertieren oder kranken Tieren sowie für die Eingewöhnung neuer Luchse. Auch das Gehege wird neu gestaltet. Ein Teil des Waldes soll abgeholzt werden, damit mehr Sonnenlicht ins Gehege eindringt. Der Bach wird renaturiert. «Die Luchse fühlen sich so viel wohler, die neue Umgebung entspricht ihrem Naturell», sagt Walter Signer.

Auf der Wildtier-Warteliste

Auch für die Besucher gibt es eine Verbesserung: Die Besucherplattform wird angepasst, das Plateau vergrössert und um eineinhalb bis zwei Meter angehoben, damit das Gehege besser eingesehen werden kann. Sobald alle Baubewilligungen genehmigt sind, wird mit dem Umbau begonnen. Für die Besucher wird der Park jederzeit begehbar sein. Und auch für die Tiere soll es gemäss dem Parkwächter-Ehepaar keine Störungen geben. «Wenn alles gutgeht, sind wir nach einem halben Jahr fertig», sagen die Signers. Ein neues Luchspaar für den neuen Bau hat der Tierpark bisher noch nicht gefunden. «Wir stehen aber auf der Warteliste und sind zuversichtlich, dass wir demnächst zwei neue Luchse im Peter und Paul haben», sagt Regula Signer.

Ein junger Steinbock geniesst es, im Schnee zu spielen. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Ein junger Steinbock geniesst es, im Schnee zu spielen. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Die Wildschweine buddeln tiefe Löcher und suchen darin Nahrung. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Die Wildschweine buddeln tiefe Löcher und suchen darin Nahrung. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))