Psychisch Kranker stört Kinder

ALTENRHEIN/RORSCHACHERBERG. Während einer FerienSpass-Aktion auf dem Flugplatz Altenrhein wird ein Mann abgeführt. Laut Kantonspolizei ist er für die Kinder keine unmittelbare Gefahr – jedoch ein gewisses Risiko.

Maya Schmid-Egert
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Ins Flugplatzgebäude kam der geistig verwirrte Mann trotz Hausverbot. (Archivbild: Ralph Ribi)

Ins Flugplatzgebäude kam der geistig verwirrte Mann trotz Hausverbot. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die rund 25 Kinder aus dem Mittelrheintal besichtigten den Airport St. Gallen-Altenrhein, als es zum Zwischenfall kam. Bei dem Mann handelt es sich gemäss Polizei um einen in Rorschacherberg untergebrachten Asylbewerber (Status F, vorläufig aufgenommen). Laut Geschäftsführer Armin Unternährer taucht der geistig verwirrte Mann seit eineinhalb Jahren mehr oder weniger regelmässig im Flugplatzgebäude auf. Anfangs sei er ruhig mit einem Kaffee in der Hand dagesessen und habe erzählt, er wolle zurück in seine Heimat Eritrea fliegen.

Hausverbot erteilt

Mittlerweile spreche er «Mann und Maus» an, was im Kundenbereich unzumutbar sei. Weil aufgrund der geistigen Verwirrtheit ein gewisses Sicherheitsrisiko bestehe, sei ein Hausverbot ausgesprochen worden. «Allerdings», betont Armin Unternährer, «ist dieser Mann im Grunde völlig harmlos.» Nun wurden FerienSpass-Kinder Zeuge, wie der Mann erneut abgeführt wurde. Während einer Pause befanden sie sich auf dem Spielplatz, als sich der Eritreer ihnen hinter einem Zaun näherte. «Nicht alle Kinder bekamen etwas davon mit», erklärt die Pro-Juventute-Verantwortliche Christa Eichmann, die die Aktion nicht selber leitete, über den Zwischenfall aber informiert wurde. Die Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren seien vor Ort dahingehend informiert worden, dass keine Gefahr bestehe und die Polizei eingeschaltet worden sei.

Dieser Fall zeige die grosse Verantwortung der Organisatoren: «So etwas ist ja nicht voraussehbar. Umso wichtiger ist es, dass erfahrene Leiter eingesetzt werden, die zu reagieren wissen.» Zudem bestehe ein verbindlicher Verhaltenskodex, der gewisse Situationen regle.

Der Polizei bekannt

Die Polizei kennt den Mann. Dieser Fall habe schon viele Stunden gekostet, heisst es dort. Das rasche Vorgehen der Flughafenleitung bezeichnet Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi als «angemessen». Bei Menschen mit psychischen Störungen sei nicht abschätzbar, was als nächstes passiere: «Wenn jemand durchdreht, kann plötzlich Gefahr entstehen.» Die Kantonspolizei habe sehr häufig mit Menschen mit psychischen Problemen zu tun und verfüge darum über Erfahrung: «In unserer 24-Stunden-Gesellschaft sind wir oft mit Randständigen konfrontiert.» Der Eritreer ist nicht zuletzt aufgrund des geschilderten Ereignisses dem Amtsarzt zugewiesen worden. Dieser hat ihn in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.