PROZESS: Securitas-Mitarbeiter hielt Olma-Besucher zu Recht an

Ein Securitas-Mitarbeiter hat einen Olma-Besucher zu Recht angehalten. Das Kantonsgericht St. Gallen wies die Berufungsklage des 65-jährigen Besuchers ab.

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Drei Securitasleute packten einen Olma-Besucher an den Armen. Dieser verklagte einen der drei Sicherheitskräfte und zog den Fall nun auch noch ans Kantonsgericht weiter. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Drei Securitasleute packten einen Olma-Besucher an den Armen. Dieser verklagte einen der drei Sicherheitskräfte und zog den Fall nun auch noch ans Kantonsgericht weiter. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Der Zwischenfall hatte sich an der Olma 2014 ereignet. Der Olma-Besucher wollte bei der Schliessung des Areals eine bereits abgesperrte Freitreppe benützen. Trotz mehrerer Hinweise, er dürfe die Treppe nicht passieren, setzte der 65-Jährige seinen Weg fort. Darauf packten ihn drei Securitas-Mitarbeiter an den Armen.

Einer von ihnen drückte dem Besucher den linken Arm auf den Rücken. Weil der Mann Widerstand leistete und seinen Ausweis nicht zeigen wollte, führten ihn die Sicherheitsleute in ein Treppenhaus, hielten ihn dort fest und riefen die Polizei.

Der Kläger empfand dies als reine Schikane, wie er am Mittwoch vor Kantonsgericht sagte. Er lasse sich nicht vorschreiben, wo er langgehen dürfe und wo nicht. Sein Anwalt sprach von völlig übertriebener Gewaltanwendung. Der Securitas-Mitarbeiter sei wegen einfacher Körperverletzung zu bestrafen.

Besucher beging Hausfriedensbruch

Das Kantonsgericht schützte das Urteil des Kreisgerichts St. Gallen, welches den Beschuldigten frei gesprochen hatte. Der Olma-Besucher habe die Treppe widerrechtlich benützt und damit Hausfriedensbruch begangen. Der Sicherheitsmann habe verhältnismässig gehandelt, da der Besucher verbal und physisch Widerstand leistete.

Der Olma-Besucher muss die Hälfte der Berufungskosten und einen Teil der privaten Verteidigung des Beschuldigten zahlen, insgesamt 2600 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)