PROZESS: Betrunkenen Besucher aus Club in Buchs geprügelt

Mit Fausthieben und Fusstritten haben mehrere Männer im Februar 2011 vor einem Club in Buchs einen Besucher schwer verletzt. Ein 30-Jähriger stand deswegen am Freitag erneut vor Gericht. Er hatte die Höhe seiner Strafe erfolgreich beim Bundesgericht angefochten.

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Die Staatsanwältin forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten für den 30-jährigen Angeklagten.

Die Staatsanwältin forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten für den 30-jährigen Angeklagten.

Die Tat geschah im Februar 2011 bei einem Streit betrunkener Besucher vor einem Club im St.Galler Rheintal. Die Täter attackierten das Opfer brutal mit Fäusten und Füssen. Selbst als der Mann bewusstlos und mit blutendem Kopf am Boden lag und seine Freundin schrie «sie bringen ihn noch um», versetzten ihm die Angreifer weitere Fusstritte.

Das Opfer hatte ein gebrochenes Nasenbein, ausgeschlagene Zähne und erlitt eine irreparable Augenverletzung. Sechs Männer sind wegen der Schlägerei verurteilt worden. Die höchste Strafe betrug sieben Jahre wegen versuchter vorsätzlicher Tötung.

Der heute 30 jährige Serbe wurde vom Kantonsgericht St.Gallen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Der Mann, der damals illegal als Security-Mann in dem Club arbeitete und das völlig betrunkene Opfer aus dem Club geprügelt haben soll, akzeptierte das Urteil jedoch nicht und gelangte ans Bundesgericht. Dieses gab ihm teilweise Recht und wies den Fall zur Neubeurteilung ans Kantonsgericht zurück.

An der Verhandlung vom Freitag ging es lediglich um die Höhe des Strafmasses. Alle anderen Beschwerden hatte das Bundesgericht abgewiesen und damit die Schuldsprüche wegen versuchter, schwerer Körperverletzung, Angriff, Raufhandel und Widerhandlung gegen das Waffengesetz bestätigt.

Ausweisung droht

Der Verteidiger verlangte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwanzig Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren. Er zitierte das Bundesgericht, welches in seinem Entscheid festhielt, dass das Mitwirken an der Tat zwar nicht zu bagatellisieren sei, die Schwere der Schuld aber hinter den Mittätern zurückbleibe. Der Beschuldigte habe den Haupttäter von weiteren Fusstritten abgehalten und so eine weitere Eskalation verhindert. Sein Leben habe in den letzten Jahren eine positive Wende genommen. Der 30-jährige Serbe betonte, bei einer hohen, unbedingten Gefängnisstrafe drohe ihm die Ausweisung in seine Heimat. Dies bedeute für ihn als zweifachen Familienvater eine Katastrophe.

Straffreies Leben

Die Staatsanwältin forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 20 Monate seien mit einer Probezeit bedingt auszusprechen, 10 Monate zum Vollzug zu erklären. Der Beschuldigten habe seit 2011 ein straffreies Leben geführt, was man strafmildernd berücksichtigen könne. Das Urteil des Kantonsgerichts wird nächste Woche erwartet.(sda)