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PROJEKTIONEN: Fenster in eine andere Welt

In diesem Jahr ist «Stadtprojektionen» von der Altstadt ins Linsebühl gerückt: Elf Künstlerinnen und Künstler projizieren dort Fotos und Filme auf Häuser und verändern so Perspektiven. Heute Abend ist die Aktion noch einmal zu sehen.
Nina Rudnicki
Bilder: Ralph Ribi

Bilder: Ralph Ribi

Nina Rudnicki

stadtredaktion@tagblatt.ch

Die Lange Stiege, also die Treppe zwischen dem Sexshop Blue Star und dem ehemaligen Kino Tiffany, ist normalerweise kein Ort, an dem Passanten lange stehen bleiben. Doch nun lehnen sich gleich mehrere Personen über das Geländer und schauen gebannt auf die Mauer unterhalb der Linsebühlstrasse. Diese hat sich in eine Landschaft mit alten Bäumen verwandelt. Dann erscheint ein schlossartiges Gebäude. Dessen Räume wirken gespenstisch verlassen. Je länger man sich die Filmarbeit des Künstlers Jonas Dahlberg anschaut, desto stärker wird das Gefühl, direkt in diese Welt hinein steigen zu können.

Einmal andere Wege einschlagen

Vierzehn solcher Arbeiten von elf Künstlerinnen und Künstlern sind es in diesem Jahr, die im Rahmen von «Stadtprojektionen» unscheinbare Ecken in magische Orte verwandeln. Im vergangenen Jahr fand das Projekt der beiden Initiantinnen Nina Keel und Anna Vetsch erstmals und in der Altstadt statt. Es sollte unter anderem auf die abends wenig belebte Innenstadt aufmerksam machen. In diesem Jahr haben sie sich für die Peripherie entschieden. «Das Linsebühl ist ein durchmischtes, tolerantes, raues und lebendiges Quartier», sagte Anna Vetsch. Nina Keel ergänzte: «‹Stadtprojektionen› soll dazu verleiten, den Stadtraum bewusster wahrzunehmen und andere Wege einzuschlagen.»

Die Projektionen führen in diesem Jahr in Hinterhöfe und Nischen zwischen Gebäuden. Sie lassen die Betrachtenden auf Hausfassaden schauen, die sonst nie ihren Blick einfangen. So läuft beispielsweise auf der Seitenwand des Restaurants Bauhof an der Linsebühlstrasse ein Film der Künstlerin Agnes Nyrenius. Die Protagonistin erledigt Alltägliches, sitzt in ihrer Wohnung, geht ins Badezimmer, schminkt sich in Grossaufnahme. Fast scheint es, als versuche sie, auch die Flecken auf der Hauswand mit Make-up zu überdecken.

Ein weiteres Highlight sind die brennenden Zündhölzchen von Tine Edel an der Linsebühlstrasse 105. Viel eher sind es eigentlich Riesenzündhölzer, die zu einer Skulptur abbrennen. Gleich gegenüber an der Hügelstrasse ist die Arbeit von Johanna Gschwend zu sehen. Mitten in der Häuserschlucht schlagen zwei Trommlerinnen mit aller Kraft auf ihre Instrumente. Mit ein wenig Vorstellungskraft ist in der Stille das Echo der Trommelschläge zu hören.

Stille Trommelschläge in der Nacht

Die sehnsüchtigste Projektion ist wohl jene von Lina Scheynius an der Harfenbergstrasse 14. Dort ist auf der fensterlosen Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes eine riesige Aufnahme einer im Wasser liegenden Frau zu sehen. Das leuchtende Blau des Wassers versetzt einen mitten in der kalten Nacht in Sommer- und Urlaubsstimmung. Zu entdecken gibt es noch vieles mehr. Ein Rundgang lohnt sich, denn wo sonst findet sich so viel Kunst auf einmal im Aussenraum?

Geführter Rundgang

Heute Abend, 19 Uhr. Treffpunkt an der Rorschacher Strasse 52a/54a. www.stadtprojektionen.ch

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