Projekte mit Ladehemmung

An der Mitgliederversammlung des Quartiervereins St. Georgen informierte der Vorstand darüber, was er von einer Biker-Route hält und dass sich der Bau eines Schiesstunnels verzögert.

Fredi Kurth
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Martin Boesch, der Präsident des Quartiervereins St. Georgen, liess im vollbesetzten «Adler»-Saal durchblicken, dass der Vorstand in der Diskussion um die Bikerroute von der Waldegg nach St. Georgen eine vermittelnde Rolle einnimmt. «Wir sind nicht gegen das Vorhaben, aber es war zu erwarten, dass sich Opposition regen würde», sagte Boesch. Neben dem WWF hat nun auch der Tennisclub seine Bedenken geäussert. Die Bike-Strecke soll just neben seiner Anlage im Tal der Demut enden. «Wir sind mit den Initianten des Vereins Fun Park im Gespräch», sagte Boesch, «damit keine Konflikte mit den Fussgängern entstehen.» Wenn da junge Leute ein Projekt forcieren, das eine Bereicherung sein könnte, sollte man nicht rabiat sein, fügte Boesch hinzu.

Baugesuch zurückgewiesen

In unmittelbarer Nachbarschaft des Bike-Zielortes ist ein Projekt der Feldschützen-Gesellschaft St. Gallen aufgegleist oder vielmehr «untertunnelt». Bei der Schiessanlage Weiherweid soll eine unterirdische 300-Meter-Anlage entstehen. Doch das entsprechende Baugesuch wurde abgelehnt, wie die Feldschützen vergangene Woche bekanntgaben. Die Begründung: Die Oberkante des Tunnels kommt in den neuesten Plänen der Gesellschaft zu weit oben zu liegen. Das Planungsamt der Stadt St. Gallen sieht darin eine Gefährdung des Grundwasserspiegels. Der Tunnel hätte das Grundwasser zu stark zurückbehalten. Das bedeutet, dass die Feldschützen-Gesellschaft mit dem Planungsamt herausfinden muss, was tolerierbar ist, und dann neue Pläne erstellen und prüfen lassen muss. Vor 2014 dürfte kaum ein Bagger auffahren, vermutet Martin Boesch.

Schiessgelände ist Bauzone

Der Schiesskanal steht in Zusammenhang mit der oberirdischen Situation: Das Gelände, über welches vom Schiessstand aus auf 300-Meter entfernte Scheiben gezielt wird, ist Bauzone. Dort sind 150 Wohnungen geplant. So lange geschossen wird, ist eine Überbauung in weiter Ferne. Gleich nebenan hat auch die Stadt eine kleinere Bauzone. Doch auch dort bleibt alles beim Alten, solange der Schiesstunnel nicht gebaut werden kann. Möglich ist aber auch, dass der Schiessbetrieb in St. Georgen komplett eingestellt wird.

Es läuft rund, aber. . .

An der Mitgliederversammlung wurde ein weiteres Projekt vorgestellt. Hans-Ruedi Weber referierte über die alten Wasserräder an der Steinach und die Möglichkeit, mit neuen Rädern Strom für 50 Haushalte zu gewinnen (Ausgabe vom 19. März). Zurzeit befindet man sich dort in einer Phase der Vorstudie.

Im übrigen erlebt der Quartierverein St. Georgen eine gedeihliche Phase. Er findet mitgliedermässig immer mehr Zuspruch. Nur, dem Vorstand ist es noch nicht gelungen, drei Rücktritte vollständig zu kompensieren.