PROJEKT: Seelenkontraste wie Schwarz und Weiss

Ab heute Abend stellt Nicolaj Ésteban im Projektraum 4 1/2 aus. Er zeigt nicht nur seine Bilder, sondern gibt auch viel von sich selber preis.

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Projektraum 4 ? an der Lämmlisbrunnenstrasse: Nicolaj Ésteban, ein junger St. Galler Künstler, der sich selbst nicht so bezeichnen würde, hat hier eine Art Spiegelung seiner Persönlichkeit geschaffen. Zeichnungen, Texte und andere Formate – es sind Ausschnitte und Momentaufnahmen seines bisherigen Lebens. Er möchte so, absichtlich ohne Regelmässigkeit, einen Teil seines Inneren nach aussen tragen. Der erste Raum ist noch farbenfroh, der zweite ist bereits düster. Den zweiten betreten die Besucher durch einen Müllsackvorhang. Sie treffen einen Kontrast an, auf den man nicht so richtig gefasst war, der einem den Atem klaut und ihn für einen langen Moment nicht mehr hergibt. Man wird von dieser Zimmerzelle erst mal verschluckt. Die weissen Sprüche auf den müllsackschwarzen Wänden wirken wie komplexe Gedankengänge, die aufs Simpelste heruntergebrochen wurden. «Dieser Kontrast ist mir sehr wichtig», betont Ésteban. In seiner Seele sei auch nicht immer alles bunt und fröhlich. «Es ist nicht leicht, das alles nach aussen zu kehren», sagt er. Er wolle sich aber auch nicht vor der Diskussion über mentale Probleme verstecken.

Gemeinsam finanzierter Atelierbus

Die heutige Vernissage, 19 Uhr, markiert gleichzeitig den Start für ein grosses Vorhaben: «Mittels Crowdfunding möchte ich mir einen Bus finanzieren, quasi ein Atelier auf Rädern», sagt Ésteban. So könne er mit verschiedenen Leuten zusammenarbeiten und habe Tapetenwechsel, wann immer er sie brauche. Die Ausstellung dauert bis 22. Oktober. (kas)