Pro Velo erntet Früchte

Zehn Jahre nach seiner Gründung zeigt sich der Verband Pro Velo Region St. Gallen zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Stadt. Gerade im vergangenen Jahr seien verschiedene Verbesserungen erzielt worden. Weitere sollen folgen.

David Gadze
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Dem Velostreifen zwischen St. Fiden und dem Einkaufszentrum Grossacker mussten Parkplätze weichen. (Archivbild: Ralph Ribi)

Dem Velostreifen zwischen St. Fiden und dem Einkaufszentrum Grossacker mussten Parkplätze weichen. (Archivbild: Ralph Ribi)

Der Verband Pro Velo Region St. Gallen feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Für die Hauptversammlung vom Montagabend kehrte er an seinen Geburtsort zurück: in die Projektwerkstatt im Güterbahnhof-Areal, wo die St. Galler Sektion von Pro Velo 2005 gegründet wurde. Und die rund 30 anwesenden Mitglieder erfuhren, dass der Verband gerade in den vergangenen Jahren verschiedene Dinge bewegen konnte.

Ein Quantensprung

Der Vorstand von Pro Velo lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt St. Gallen. Sie sei in den Anfangsjahren harzig gewesen, habe sich zuletzt aber sehr positiv entwickelt, sagte Vereinspräsident Thomas Walter. «Wir stehen jetzt in regelmässigem Kontakt und erhalten immer wieder die Gelegenheit, unsere Sichtweise zu bestimmten Fragestellungen einzubringen.» Die gute Zusammenarbeit wirke sich nun direkt auf die Interessen der Velofahrer aus. So habe die Stadt einige Einbahnstrassen für den Veloverkehr freigegeben oder Fahrverbote aufgehoben sowie an verschiedenen Orten in der Stadt neue Markierungen und Velospuren angebracht.

Vorstandsmitglied Michael Städler sprach diesbezüglich gar von einem «Quantensprung». Während sich die Stadt früher mehrere Monate Zeit gelassen habe, um Verbesserungsvorschläge zu prüfen und in die Tat umzusetzen, passiere das inzwischen oft innert weniger Tage. Ausserdem werde Pro Velo von den Verantwortlichen bei der Stadt als Partner bei der Planung und Umsetzung von Massnahmen wahrgenommen. Das habe sich beispielsweise beim Entscheid über die Aufhebung der Parkplätze an der Rorschacher Strasse zwischen St. Fiden und Grossacker gezeigt.

Velo-Pendlerverkehr stärken

Die Vorstandsmitglieder führen die gute Zusammenarbeit mit der Stadt St. Gallen vor allem auf Stefan Pfiffner, Leiter Verkehrsplanung beim Tiefbauamt, zurück. Dank ihm diskutiere man jetzt endlich auf Augenhöhe und merke, dass die Anliegen ernst genommen würden. Gleichzeitig äusserte der Vorstand die Befürchtung, dass es sich um eine Momentaufnahme handle beziehungsweise das gute Einvernehmen personenabhängig sei.

Weitere Verbesserungen erhofft sich Pro Velo vom Agglomerationsprogramm St. Gallen/Arbon/Rorschach, das zwischen 2015 und 2018 verschiedene Massnahmen in der ganzen Region vorsieht. In seinem Vortrag betonte Regierungsrat Willi Haag, der Langsamverkehr habe für den Kanton St. Gallen einen «sehr hohen Stellenwert». Er sei ein wichtiger Teil der Mobilität und damit auch der Lebensqualität. Ausserdem biete er «viel Potenzial, um unsere Verkehrsprobleme zu lösen». Aus diesem Grund richte der Kanton den Fokus bei der Langsamverkehrspolitik vom Freizeit- auf den Alltags- und den Pendlerverkehr in den Zentren.

Ein Viertel für die Ostschweiz

Wie viel Handlungsbedarf besteht, verdeutliche auch die Tatsache, dass ein Viertel aller Bundesgelder für Massnahmen beim Langsamverkehr in die Ostschweiz fliesse. Haag nahm die Gemeinden in die Pflicht. Einerseits müssten sie Gelder für die Umsetzung der Massnahmen zur Verfügung stellen, da ansonsten die Bundesbeiträge entfielen. Andererseits müssten sie aufeinander abgestimmt die Projekte in Angriff nehmen.

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