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PRO UND CONTRA: Ruckhaldekurve in St.Gallen: Ein Monument oder Alteisen?

Dass der Heimatschutz den Erhalt der Ruckhaldekurve fordert, hat Diskussionen ausgelöst. Auch die "Tagblatt"-Stadtredaktion ist sich in der Frage uneinig.
Die Ruckhaldekurve galt 1889 als eisenbahntechnische Pioniertat. (Bild: Benjamin Manser)

Die Ruckhaldekurve galt 1889 als eisenbahntechnische Pioniertat. (Bild: Benjamin Manser)

Am 7. Oktober nimmt der Ruckhaldetunnel den Betrieb auf. Ab dann wird die oberirdisch geführte Zahnradstrecke daneben für den Bahnbetrieb Richtung Teufen, Gais und Appenzell überflüssig. Sie soll daher - samt dem berühmten 180-Grad-Rank - abgebrochen werden. Der Heimatschutz St.Gallen/Appenzell-Innerrhoden will den Ruckhalderank erhalten. Die Stadt St.Gallen reagierte Verhalten auf die Forderung.


"Die Ruckhaldekurve könnte Fans von auswärts anziehen"

Reto Voneschen, Redaktor Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Reto Voneschen, Redaktor Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Pro: Die heutige Stadt ist das Resultat ihrer Geschichte. Sie in Erinnerung zu behalten, ist wichtig. Zum einen sind jene, die nicht aus der Geschichte lernen wollen, dazu verurteilt, die Fehler der Vergangenheit erneut zu durchleiden. Zum anderen vermittelt Stadtgeschichte auch Heimatgefühle, Verbundenheit mit dem Ort, an dem man lebt. Für jene, die das nicht überzeugt: Geschichte und Monumente, die an sie erinnern, sind auch ein Geschäft.

Natürlich wird eine konservierte Ruckhaldekurve touristisch nie den Stiftsbezirk konkurrenzieren können. Das soll sie aber auch nicht. Die engste Zahnrad-Eisenbahnkurve der Welt ist aber ein Kuriosum, das gut gestaltet (allenfalls gar mit einer Lok und ein, zwei Wagen bestückt) sowie richtig beworben im Rahmen eines Gesamtpaketes «Eisenbahnen in der Ostschweiz» durchaus Fans von auswärts anziehen könnte.

Und wenn diese Eisenbahnfans ausbleiben, ist es auch kein Beinbruch: Die Ruckhaldekurve gehört als Teil der Stadtgeschichte sowieso erhalten. Ihr Bau hatte Pioniercharakter. Und sie war 129 Jahre lang Bestandteil unseres Alltags. Drum ist es richtig, ernsthafte Überlegungen anzustellen, wie man das Kuriosum erhalten und in die neue Wohnüberbauung Ruckhalde integrieren könnte. Nicht zuletzt auch zur Freude der dereinst dort aufwachsenden Kinder. Platz für so ein Projekt wäre sicher vorhanden. Ausser, die Planer setzen hier wieder einmal auf Nutzungs- und damit Profitmaximierung.

"Wer alte Züge sehen will, soll ins Verkehrshaus gehen"

Roger Berhalter, Redaktor Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Roger Berhalter, Redaktor Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Contra: Eine Stadt ist kein Freilichtmuseum. Sie muss sich entwickeln und verändern, will sie den Anschluss nicht verlieren. Die Ruckhalde bietet dafür eine einmalige Gelegenheit. Das demnächst freigespielte Gelände ist der Traum jedes Stadtentwicklers: Planen auf der grünen Wiese ist dort im Wortsinn noch möglich, und das erst noch an zentraler Lage. Diese Planungsfreiheit mit alten Gleisen einzuschränken, ist der falsche Weg. Eine unbenutzte Zahnradstrecke, die das Areal beschneidet und die Nutzung begrenzt? Eine solche Restriktion wäre schlicht unsinnig.

Was kommt als nächstes? Stellen wir bald die Stadtautobahn unter Denkmalschutz und loben sie als Pioniertat Schweizer Ingenieure? Erklären wir Marktplatz, Bohl- und Blumenmarkt zur Schutzzone, statt sie neu zu gestalten? Restaurieren wir den Bahnhofplatz, damit er wieder so wird wie damals, als St.Gallen noch eine Textilhochburg war? Das sind natürlich Schnapsideen. Und auch das Freilichtmuseum auf der Ruckhalde ist eine solche. Wer alte Züge sehen will, soll ins Verkehrshaus gehen.

Wenn man schon alte Bahninfrastruktur erhalten möchte, dann besser die Schuppen am Güterbahnhof. Sie bieten Raum für Ideen, für Kreatives, dort kann etwas entstehen. Eine ausrangierte Zahnradstrecke ist nur altes Eisen, das im Weg ist. Statt nutzlose Schienen zu bewahren, könnte man auch neue verlegen. Zum Beispiel für ein Tram quer durch die Stadt.

"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
"Tag des offenen Tunnels", Portal Nord an der Ruckhalde (Bild: Michel Canonica)
20 Bilder

Ruckhalde: Tag des offenen Tunnels

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