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PREMIERE: Schreie in der Kantonsschule

Heute wird in der Kantonsschule am Burggraben das Musical «Sterben ist menschlich» zum ersten Mal aufgeführt. Eine Schulklasse hat das Stück selbst produziert. Dabei standen die Schüler unter ständigem Druck.
Marlen Hämmerli
Die Schülerinnen der Kantonsschule am Burggraben geben für die Proben des Musicals «Sterben ist menschlich» alles. (Bild: Jil Lohse)

Die Schülerinnen der Kantonsschule am Burggraben geben für die Proben des Musicals «Sterben ist menschlich» alles. (Bild: Jil Lohse)

Marlen Hämmerli

marlen.haemmerli@tagblatt.ch

Stocksteif sitzen die sieben Patienten auf ihren Stühlen. Stille. Und dann schreien sie. Zwei Sekunden lang geben die Schauspielerinnen alles. Eben haben sie erfahren, dass eine der Psychiatrieinsassen gestorben ist. Mord.

Bei der Probe spielt sich die Szene reibungslos ab. Alle Bestandteile des Musicals «Sterben ist menschlich» – Text, Musik, Schauspiel und Bühnenbild – wirken zusammen. Als wären sie aus einem Guss. Dem ist aber nicht so: An der Produktion waren 26 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben beteiligt. Seit vergangenem Frühling hatte die Klasse 4oM intensiv gearbeitet und ein komplettes Musical produziert.

Musicals sind aufwendiger als Theaterstücke

«Man darf Musicals nicht unterschätzen», sagt Flurina Lüchinger, eine der Schauspielerinnen. «Weil sie aus so vielen einzelnen Teilen bestehen, ist die Produktion aufwendiger als bei Theaterstücken.» Der Zeitplan war dann laut mehreren Schülern auch recht knapp. Zwar wurde das Thema Psychiatrie schon im vergangenen Winter per Abstimmung festgelegt. Das Libretto, also das Drehbuch, war aber erst im April fertig. Deshalb konnte der Hauptteil der Produktionsarbeit erst vergangenen April beginnen.

Für das Libretto planten Simon Hotz und ein weiterer Schüler erst die Geschichte, Szene für Szene. Danach machten sich die beiden zusammen mit zwei Mitschülerinnen ans austexten. «Es machte uns unglaublich Spass, uns all die Details auszudenken», sagt Hotz. Doch reichten die Lektionen dafür nicht ganz aus. Für das Musical ging also auch Freizeit drauf. Für die Schüler war das aber kein Problem. Laut der Klassenlehrerin Katharina Jud waren alle hochmotiviert und mit viel Herzblut dabei. «Ich lernte die Schüler von einer neuen Seite kennen und staune darüber, was sie gemeinsam geleistet haben.» Für Jud ist deshalb schon bei den Proben klar: «Das Musical ist ein Erfolg, unabhängig davon, wie die Aufführungen werden.»

In 10 Wochen 13 Songs ­komponieren

Als das Libretto stand, ging es an die Komposition der Songs. Für diese blieben zehn Wochen Zeit. Christian Schmid und Mattia Scheiwiller waren daran massgeblich beteiligt. Für beide war es neu, Musik zu einem bestehenden Text zu komponieren. «Bisher war es immer umgekehrt», sagt Schmid. «Ich konnte einfach drauflosspielen und alles aus mir rauslassen.» Anstatt dessen lasen sich die beiden erst in die Szene ein und überlegten dann, welches Gefühl der Song transportieren sollte. Danach improvisierten die 17-Jährigen so lange, bis sie mit der Musik zufrieden waren. Wichtig war den beiden, dass die Musik die Zuhörer packt. Grossen Einfluss hatte aber auch der Musikgeschmack der Band: Rock als Musikstil war gesetzt.

Die 13 Songs und die Ouvertüre zu komponieren war laut Scheiwiller ein ziemliches Stück Arbeit. «Zweimal schloss ich mich einen Tag lang im Zimmer ein und arbeitete durch.» Trotz allem blieb am Ende nicht viel Zeit für die Proben. Erst kurz vor den Sommerferien konnten diese starten. Zu diesem Zeitpunkt standen Libretto, Bühnenbild, die Kostüme und die Musik. Für die Proben verblieben nebst den Musiklektionen acht Tage, verteilt auf vier Wochen. Fünf dieser Tage entfielen auf die Sonderwoche vor den Sommerferien. Für den Schüler Fabio Ambrosi «die coolste Woche» der gesamten Produktion. Damals kamen zum ersten Mal alle Teile zusammen. «Als ich sah, wie sich alles ineinanderfügt – das war ein tolles Gefühl.» Ambrosi vergleicht dies mit der Arbeit eines Orchesters: «Erst proben alle einzeln. Aber die Magie entsteht erst, wenn alle Instrumente gemeinsam erklingen.»

Aufführungen Heute Fr und morgen Sa, 19.30, sowie So, 16.30, Kanti am Burggraben (Aula Neubau).

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