Preisgekrönte Pianistin zu Gast

MÖRSCHWIL. Die junge amerikanische Pianistin Esther Keel kehrt für ein Rezital zurück zu ihren St. Galler Wurzeln und lädt morgen abend im Gymnasium Untere Waid mit einem anspruchsvollen Programm zum Konzert.

Corina Tobler
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Esther Keel spielt morgen in der Unteren Waid Werke von Mozart, Debussy, Liszt, Chopin und Ravel. (Bild: pd)

Esther Keel spielt morgen in der Unteren Waid Werke von Mozart, Debussy, Liszt, Chopin und Ravel. (Bild: pd)

Das morgige Konzert ist für Esther Keel etwas Besonderes, denn es kommt für sie einer Heimkehr gleich. Sie kam zwar in Los Angeles zur Welt, doch ihr Vater stammt aus St. Gallen. Deshalb hat sie auch die Gelegenheit wahrgenommen, auf ihrer fünfteiligen Konzerttour durch die Ostschweiz in der Unteren Waid Halt zu machen. Für die Veranstalter vom Gymnasium ist es eine Ehre, die junge Künstlerin empfangen zu dürfen, denn sie ist trotz ihrer gerade mal 24 Jahre bereits eine Musikerin mit internationaler Bekanntheit.

Studium an der Juilliard School

Ihre ersten Erfahrungen am Klavier hat sie bereits mit drei Jahren gemacht, damals unter der Anleitung ihrer koreanischen Mutter Mihyang Keel, die selbst als Konzertpianistin arbeitete. Von da an ging es mit ihrer Karriere steil aufwärts: Sie wurde an der berühmten Juilliard School in New York angenommen und studierte dort unter Dr. Robert McDonald.

Sowohl das Musik-Baccalauréat als auch das Diplom zum Master of Music absolvierte sie mit hoher Auszeichnung. Mittlerweile lebt sie wieder in Los Angeles, wo sie am Konservatorium in der Ausbildung zur Erlangung des Künstler-Diploms ist.

Keel nahm auch regelmässig und mit grossem Erfolg an Klavierwettbewerben teil. So durfte sie unter anderem hohe Auszeichnungen beim internationalen Chopin-Klavierwettbewerb in Moskau und an der Ostra-Klavierkonkurrenz in Italien entgegennehmen.

Bühnen in Europa und Amerika

In Amerika wurde sie gleich mehrfach preisgekrönt, unter anderem am internationalen Liszt- und am Juilliard-Konzert-Wettbewerb. Besonders wertvoll ist der «American Prize», den sie vor drei Jahren in Cleveland gewann. Ihre Bekanntheit in Amerika stieg 2008 weiter, als sie als «Rising Star» an der Klavier-Rezital-Serie in Southampton teilnehmen durfte.

Ihr erstes grosses Konzert mit dem Philharmonischen Orchester Los Angeles konnte sie bereits im zarten Alter von zwölf Jahren bestreiten. Seither ist sie nicht nur in einigen grossen Konzerthallen Amerikas mit diversen Orchestern aufgetreten, sondern hat auch Deutschland, Italien, Österreich, Irland und Russland bereist und auch dort ihr Publikum begeistert. der Cleveland Plain Dealer lobte sie als «Artistin von äusserstem Geschmack, Gleichmass und Anmut».

Solo und im Ensemble

Neben Werken für Klavier solo hat Keel auch viele Kammermusikstücke auf dem Programm, denn sie tritt regelmässig mit mehreren Ensembles auf. Sie bearbeitet auch Konzerte für zwei Klaviere, die sie mit ihrer Mutter aufführen wird. Momentan ist die Künstlerin aber wieder auf einer Konzertreise durch Europa und hat in der Schweiz neben Mörschwil auch Auftritte in Luzern, Walchwil, Unterägeri und Regensberg geplant.

Das Programm für diese Konzerte, mit dem Keel auch morgen abend im Gymnasium Untere Waid auftritt, ist äusserst vielfältig und sehr anspruchsvoll.

Von Mozart bis Ravel

Das Rezital steht unter dem Motto «Von Impressionen zum Tanz». Den Auftakt dazu macht Keel mit Wolfgang Amadeus Mozarts dreisätziger Klaviersonate Nr. 14 in c-Moll.

Von der Wiener Klassik geht es dann direkt zur impressionistischen Musik des Franzosen Claude Debussy, dessen «Trois Préludes» auf dem Programm stehen. Nach Franz Liszts romantischem Stück «Fantasie quasi Sonate: Après une lecture de Dante» folgt dann eine Hommage an den polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin, der dieses Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte und der sich in seinem Schaffen fast ausschliesslich dem Klavier widmete. Mit der Ballade Op. 23 in g-Moll und der grossen Polonaise Op.

22 wird die Pianistin zwei seiner Meisterwerke präsentieren, ehe dann zum Abschluss des Rezitals Maurice Ravels «La Valse, poème choréographique» folgt. Nach dem Konzert besteht für Interessierte die Gelegenheit, mit Esther Keel ins Gespräch zu kommen.

Rezital: Di, 18. Mai, 19.30 Uhr, Saal Gymnasium Untere Waid; Infos: www.unterewaid.ch