PRÄVENTION: Einbrecher kommen am Tag

Die Immo-Messe hat ihre Tore geöffnet. Auch die Kantonspolizei St. Gallen ist mit einem Stand vertreten. Sie berät Interessierte, wie sie ihr Haus am besten vor Einbrechern schützen.

Adrian Lemmenmeier
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Am Stand 9.0.070a der Immo-Messe beraten Fachleute der Kantonspolizei zum Thema Einbruchsprävention. (Bild: Urs Bucher)

Am Stand 9.0.070a der Immo-Messe beraten Fachleute der Kantonspolizei zum Thema Einbruchsprävention. (Bild: Urs Bucher)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

An der 19. Immo-Messe auf dem Olma-Areal dreht sich alles um das Thema Bauen und Eigenheim. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kantonspolizei einen Stand unterhält. Hier kann man sich darüber informieren, wie man Einbrüchen am besten vorbeugen kann. Schliesslich fühlt sich im eigenen Häuschen nur wohl, wer sich auch sicher fühlt.

«Ganz sicher ist man vor Einbrüchen natürlich nie», sagt Bruno Metzger, Chef der Sicherheitsberatung bei der Kantonspolizei St. Gallen. Ein gewisses Restrisiko bleibe immer. Dennoch könne man verschiedene Massnahmen treffen, um Einbrechern ihr Handwerk zu erschweren. Viele Menschen hätten allerdings ein falsches Bild von Einbrechern: «Den Maskierten, der nachts mit einer Pistole das Ehepaar im Bett bedroht, gibt es im Film», sagt Metzger. In der Realität seien die meisten Einbrecher scheue Wesen. Sie wollen nicht auffallen und vermeiden Konfrontationen um jeden Preis. Aktiv sind sie dann, wenn sie damit rechnen können, niemandem zu begegnen: also in der Regel tagsüber, wenn die Leute am Arbeiten sind. Bei Einbrüchen in Geschäfte verhält es sich dementsprechend umgekehrt.

Kaum mit Werkzeug ausgerüstet

Oft hätten Einbrecher nur einen Schraubenzieher dabei. Andere würden gar keine Werkzeuge mit sich führen, um nicht aufzufallen, sagt Metzger. Vor Ort würden sie sich mit den nötigen Gegenständen ausrüsten, um eine Tür aufzuzwängen oder ein Fenster einzuschlagen.

Hier könne man in der Prävention ansetzen. Denn eine Tür mit nur einem Schloss liesse sich mit einem Schraubenzieher verblüffend leicht aufstemmen. Bereits eine Mehrfachverriegelung aber sei für den Einbrecher viel schwieriger zu knacken. Das gelte auch für Fenster oder Lichtschächte. Je besser die Verriegelung, desto länger braucht ein Einbrecher also, um einzudringen. Dies erhöht das Risiko, von Nachbarn oder Passanten überrascht zu werden. Einbrecher werden so davon abgehalten, ihr Glück überhaupt zu versuchen. «Auch ist es natürlich wichtig, dass die Leute in der Nachbarschaft wachsam sind und verdächtiges Verhalten melden».

Auf keinen Fall den Helden spielen

Ertappe man Einbrecher in flagranti, sei das meist ein Zufall, sagt Sicherheitsberater Metzger. In einer solchen Situation soll man aber auf gar keinen Fall den Helden spielen. «Der Einbrecher wird sich in einer Konfrontation durchsetzen, denn er will um jeden Preis davonkommen.» Das richtige Verhalten sei es, so Metzger, den Verbrecher widerstandslos gehen zu lassen.

An ihrem Stand in der Olma-Halle 9.0 berät die Kantons­polizei detaillierter zum Thema. Für Leute, die wissen wollen, ob ihr Eigenheim ausreichend geschützt ist, bietet sie auch individuelle Beratungen an: Experten begutachten Häuser und besprechen mit den Besitzern mögliche Massnahmen. Eine erste solche Beratung ist kostenlos.

www.kapo.sg.ch